Der Glaube ohne die Werke ist tot.
Die Werke ohne den Glauben genauso

   Wenn wir von den Werken sprechen, so ist die erste Feststellung wohl die, dass in der heutigen Verkündigung sehr viel von den Werken gesprochen wird, vom Glauben aber vielerorts eindeutig zu wenig. Dabei ist es zwischen Glaube und Werken ähnlich wie zwischen der Gottes- und der Nächstenliebe. Eine Nächstenliebe ohne die Gottesliebe hängt in der Luft, ist vielleicht eine Art Humanismus, aber noch lange nicht christlich. Die Gottesliebe, ohne die Nächstenliebe jedoch wird schnell realitätsfremd, idealisierend. Die Nächstenliebe fliesst, um christlich zu sein, aus der Gottesliebe heraus und führt schliesslich auch wieder zurück zu Gott. 

   Werke ohne den Glauben, das haben auch die Heiden. Die Triebfedern dazu sind der Egoismus in all seinen Formen, die Berechnung oder auch Sentimentalität. Der Glaube ohne die Werke widerspricht sich selbst, denn er, an den wir glauben und dem wir glauben, hat uns diesen Auftrag gegeben. Die christlichen Werke fliessen also aus dem Glauben heraus und führen auch wieder zu Gott zurück.

    Gottesliebe und Nächstenliebe, Glaube und Werke gehören zusammen. Sie sind sozusagen die beiden Füsse, auf denen unsere Gottesbeziehung steht. Man kann sie nicht gegeneinander ausspielen. Je besser sie harmonieren, desto besser leben wir unsere Gottesbeziehung einerseits, aber auch unsere Beziehung zu unseren Nächsten andererseits.
 
 



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