Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Die Sendung des Jüngers

  Lk 9,1-2
 
Verkünden und heilen

11. November 2016
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Dann rief er die Zwölf zu sich und gab ihnen die Kraft und die Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben und die Kranken gesund zu machen. Und er sandte sie aus mit dem Auftrag, das Reich Gottes zu verkünden und zu heilen.

Diese Textstelle zeigt sehr schön, was die Sendung der Kirche in dieser Welt, und damit ihrer Apostel und all ihrer Jünger, sein sollte. Fünfmal erscheint das kleine Wörtchen „und“. Er muss allumfassend, katholisch, sein. Man darf nie das eine vergessen, wenn man das andere überlegt oder tut.

Zuerst ruft der Herr die Jünger zu sich. Ohne den Ruf des Herrn, ohne die je eigene, persönliche Berufung gibt, ohne das Bewusstsein dieser Berufung, ist jede Mühe umsonst. Dann erst gibt er ihnen die Mittel für ihre Arbeit. Diese Mittel sind die Kraft und die Vollmacht. Es braucht beides. Kraft allein genügt nicht, schon gar nicht unsere eigene. Es braucht auch die Vollmacht, damit man beides tun kann, Dämonen austreiben und Kranke gesund machen. Und, Dämonen auszutreiben - man könnte auch sagen die Erlösung vermitteln - ist nur ein Teil des Auftrags. Kranke gesund zu machen - man könnte auch sagen sich für das irdische Heil des Menschen einzusetzen - gehört ebenfalls dazu, (wobei heute wohl eher die umgekehrte Gefahr besteht, dass wir Jünger uns zwar bemühen, Kranke zu heilen, aber vergessen die Dämonen auszutreiben, das heisst gegen das Böse, gegen den Bösen in dieser Welt und in uns selber anzutreten). Und erst, wenn es uns klar geworden ist, wie umfassend unsere Auftrag ist, können wir „auf Sein Wort hin“ hinausfahren, das Reich Gottes verkünden einerseits und heilen andererseits. Dann erst wird unsere Verkündigung Hilfe und unsere Hilfe Verkündigung. Dann erst wird unsere Sendung christlich, katholisch.

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