Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

Alle Texte sind im Menu links aufrufbar

Adam, wo bist du? 

Gen 3,9

  Wo bin, wo war ich?

11. Juli 2014

Aphorismen
Gedanken-
splitter

Gedanken-
splitter Archiv

vernachlässigte Aspekte
vernachlässigte Aspekte Archiv
Weihnachts-
geschichten

Spruch der
Woche






Gott, der Herr, rief Adam zu und sprach: Wo bist du?


„Adam, wo bist du?“ Diese Frage sollte eigentlich jeder Mensch immer wieder hören. Gott stellt sie jedem von uns jeden Tag. Aber wir verstopfen uns oft die Ohren davor. Ob man das nun den Gottesverlust des Menschen oder den Menschenverlust Gottes nennt, im Grunde geht es immer um die Freiheit des Menschen, die Beziehung zu Gott zu pflegen oder abzulehnen. Es geht um die Frage, was uns wichtiger ist, Gott und sein Wille oder wir selber und unsere eigenen Interessen.

Gottes Wille ist, dass wir ihn und seinetwegen unseren Nächsten lieben, wer immer er sei. Gott liebt auch ihn. Zu dieser geforderten Nächstenliebe gehört ganz sicher auch, dass wir niemandem einen Stempel aufdrückten, einen Juden- oder irgendeinen anderen Stern anhängen, dass wir uns aber auch immer wieder fragen lassen: „Wo warst Du, als Dein Nächster abgestempelt, verdächtigt oder schlecht gemacht wurde? Hast du weggeschaut oder hast Du ihn verteidigt, oder hast Du dich gar darüber gefreut, weil er Dein „Feind“ war?“ Nur wenn wir uns selber für diese allzu menschliche Fehlhaltung sensibilisieren kann es uns gelingen, in unserer Umgebung Misstrauen und Hass abzubauen. Und nur insoweit uns dies gelingt, wird es schlussendlich auch in der Gesellschaft geschehen. Nur so lassen sich all die vielen Morde unserer Zeit, vom Rufmord bis zum Völkermord verhindern oder zumindest reduzieren.



******



Home
weitere Texte
Archiv
nach oben