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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Du kannst die Welt nicht ändern

In keinem anderen Zeichen ist Heil
 
13. Fbruar 2021

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Mein Schatz erzählte immer wieder einmal davon. Wenn sie sich wieder einmal so richtig über etwas geärgert hatte und dann tüchtig vom Leder zog, dann sagte ihr älterer Bruder zu ihr: «Mary, du kannst die Welt nicht ändern.» Das ist eine Erfahrung, die auch wir immer wieder machen. Und doch rennt die Welt so oft alle jenen nach, welche eine heile, oder zumindest bessere Welt versprechen, wenn man nur … . Eine Frage, welche ich mir jüngst einmal gestellt habe, war, in wie weit dieser Jesus von Nazareth, den wir als Christus, als unseren Herrn und Erlöser bekennen, sich auch unter all die Weltverbesserer einreihen lässt, welche mit vielen schönen Worten und Taten viele Anhänger gewonnen, uns aber im Endeffekt die gleiche, unvollkommene Welt zurück gelassen haben, mit welcher wir – in den verschiedenen Kleider der verschiedenen Zeiten und Gegebenheiten – immer wieder konfrontiert werden.

Ja, Christus ist durch die Welt gezogen und hat das Reich Gottes verkündet. Er hat geholfen und geheilt, wo ihm Not und Leid begegnete. Aber er hat nie jenes irdische Reich Gottes verkündet, von welchem heute so viele träumen. «Mein Reich ist nicht von dieser Welt.» (vgl. Joh 18,36) «Denn die Armen habt ihr immer bei euch und ihr könnt ihnen Gutes tun, so oft ihr wollt; mich aber habt ihr nicht immer.» (Mk 14,7)

Ja, Christus hat die Reichen und Mächtigen kritisiert. Aber nicht nur. Und er hat nie zum Kampf gegen Macht und Reichtum und ungerechte Strukturen aufgerufen. Er hat auch nirgends zur Gleichmacherei aufgerufen, oder zum Ungehorsam. Und er selbst war auch kein besonders guter Demokrat: «Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so, denn ich bin es.» (Joh 13,13)

Christus hat uns Kunde vom Vater gebracht. (Joh 1,18) Darum geht es in seiner Botschaft. Es ist der Vater, es ist Gott, der im Zentrum seiner Botschaft und seines Handelns, ja sogar seines Todes und seiner Auferstehung steht. Damit hat er sein Volk von seinen Sünden erlöst. (Mt 1,21) Diese Erlösung ist unsere christliche Hoffnung. Wir wissen, dass wir ohne sie keine Hoffnung auf das ewige Heil haben würden. Wir wissen auch – und erfahren es immer wieder, an uns selbst, in unserer Umgebung und in der ganzen Welt - dass ohne diese Erlösung auch eine bessere Welt hier und jetzt eine Illusion ist.

«Du kannst die Welt nicht ändern.» Das ist einerseits richtig. Andererseits aber haben wir immer wieder die Möglichkeit uns selbst zu ändern, uns selbst erlösen zu lassen. (vgl. 2.Kor 5,20) Damit ist schon viel erreicht. Und wenn es uns dann noch gelingt, andere mit der Erfahrung dieses Heils zu beschenken (Lk 1,77), werden zu Multiplikatoren jenes Heils, dass alle Menschen erhoffen, ja nach dem «die ganze Schöpfung seufzt und in Geburtswehen liegt». (Röm 8,22)

In keinem anderen Zeichen ist Heil ausser im Kreuz! Warum vergessen wir das so oft? Warum greifen wir so wenig zu dieser Waffe gegen alles Unheil in uns selbst und der ganzen Welt?



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