Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Alters-Suizid  

Die unverfügbarkeit des Lebens

19. Juni 2014

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Eine Meldung in einem Blog hat mich aufgerüttelt: „Der Verein «Exit» hat den sog. Alters- oder Lebensbilanzsuizid in seine Statuten aufgenommen.“ In verdankenswerter Weise liess der Bloginhaber dann eine Frau Obermüller zu Worte kommen unter dem Titel: „Wenn ich mein Lebensende leben will.“ Dass dabei kein Gottesbezug vorkam, verwundert in diesem Blog nicht. Aber es war doch ein nicht zu unterschätzendes Zeugnis gegen unsere heutige „Lebenswegwerfgesellschaft“, den ich mit folgendem Kommentar ergänzt habe:

Auch ich danke Frau Obermüller für dieses Zeugnis. Wer, wie ich, seinen Schatz (meine Frau) mit Alzheimer in einem Heim für Demenzbetroffene hat und zusehen muss, wie bei ihr, wie bei allen anderen Patienten, all das, was in den Augen dieser Welt als Würde und Selbstbestimmung gilt, dahinschmilzt wie der Schnee an der Sonne, dem sind solche Zeugnisse sehr wertvoll, um nicht auch noch den Gedanken des „Erlösungstodes“ in sich aufkeimen zu lassen.

Schade finde ich, dass unsere und alle anderen christlichen Kirchen nicht noch viel stärker die Unverfügbarkeit des menschlichen Lebens von der Zeugung bis zum natürlichen Tod verkünden und verteidigen. Dass man das aber nicht allein mit rein menschlichen Argumenten tun kann, sollte eigentlich klar sein. Und dass dem auch die Fokussierung von heute auf das Hier und Jetzt massiv im Wege steht, ist ebenfalls ein offenes Geheimnis. Wie die meisten Probleme des Menschen lässt sich auch diese Frage ohne den klaren und bewussten Bezug zu Gott, dem Schöpfer und Herrn unseres Lebens, nicht lösen, lässt sich in einer konkreten Konfliktsituation der eigene Egoismus nicht in Schranken weisen.


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