Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Das „vielfältige Angebot“ der Kirche  

Angebot oder Botschaft?

10. November 2014

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Immer wieder ist heute vom vielfältigen Angebot der Kirche die Rede. Jüngst aber schrieb einer, der mühsam seinen Weg in und mit der Kirche von heute sucht, in seinem Twitter: „Es ist kontraproduktiv, wenn die Kirche als Dienstleistungsbetrieb wahrgenommen wird.“

Wenn wir die Diskussionen zur Frage der zivilrechtlich wiederverheirateten Geschiedenen genauer verfolgen, so stellen wir fest, dass die moderne Theologie davon auszugehen scheint, dass die heilige Kommunion ein „zentrales Angebot“ der Kirche an die Menschen ist, das man niemandem vorenthalten kann, ohne auch die Nachfrage nach den übrigen Angebote zu beeinträchtigen. Natürlich wird das öffentlich nicht so begründet. Das wäre werbetechnisch schlecht. Man bringt also die Barmherzigkeit Gottes ins Spiel, und übersieht dabei, dass man damit aus ihr ebenfalls so etwas wie ein Billigangebot macht.

Aber hat die Kirche wirklich den Menschen Angebote irgendwelcher Art zu unterbreiten? Hat sie nicht viel mehr den Auftrag ihres Herrn, den ganzen Ernst der Botschaft zu verkünden, ob man sie hören will oder nicht? Dass die Werbung heute immer nur die bessere Hälfte der Wahrheit präsentiert, dass sie den Menschen Nutzen vorgaukelt, wo es nur um den eignen Gewinn geht, dass Lockvogelangebote und Mogelpackungen an der Tagesordnung sind, das weiss heute jedes Kind. Hat unsere Kirche es wirklich nötig hier mitzuspielen? Wäre es von ihrem Wesen und ihrer Botschaft her nicht richtiger und deshalb überzeugender, sich als die Kirche Gottes zu präsentieren, die SEINEN Auftrag erfüllt und die Menschen zur Umkehr auffordert? Die Kirche hat die „Angebote“ Gottes zu vermitteln, nicht irgendwelche eigene. Und diese liegen nun einmal im „Hochpreissegment“. Doch sie halten, was sie versprechen und sind ihren Preis wert.


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