Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Sucht sein Antlitz

  Ps 105,4
 
Die Beziehung zu Gott
17. Januar 2019
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Fragt nach dem Herrn und seiner Macht; / sucht sein Antlitz allezeit!

Von "Gott suchen" wird heute gerne geredet. Aber was heisst das? Meine persönliche Erfahrung ist, dass man dabei sehr aufpassen muss, dass man Gott nicht deswegen sucht, um ihm besser ausweichen zu können – um es einmal etwas bösartig zu formulieren. Und die andere Gefahr ist, dass man Gott sucht, weil man sich nie ernsthaft überlegt hat, was oder wer Gott eigentlich ist. So aber kann man ihn nicht finden.

"Fragt nach dem Herrn und seiner Macht" sagt hier die Schrift. Was wir suchen müssen ist Gott als Gott, den ganzen Gott, nicht nur seine Schokoladeseiten. Wir dürfen vor lauter Liebe und Barmherzigkeit Gottes – welche sicher niemand bestreiten wird – seine ganze Grösse und Gerechtigkeit nicht vergessen. Dies zum einen.

Zum anderen müssen wir immer "sein Antlitz suchen", was nichts anderes heisst, als Gott als Person wahrnehmen. Wir müssen ihm sozusagen in die Augen sehen und uns von ihm in die Augen sehen lassen. Wir müssen eine Beziehung zu ihm aufbauen und diese immer besser pflegen. Eine wahre Beziehung aber umfasst immer die ganze Person, meine ganze Person einerseits mit all meinen Schwächen und Sünden, aber auch mit meinem guten Willen, und die ganze Person Gottes andererseits, die drei ganzen Personen in ihrer göttlichen Einheit, in ihrer unergründlichen und uns doch – oder gerade deswegen - so nahen Grösse.

Das aber haben wir nicht einfach. Dafür müssen wir uns zuerst einmal entscheiden. Erst dann können wir beginnen und Schritt für Schritt diese Beziehung auf- und immer weiter auszubauen. Und, jede Beziehung beruht auf Gegenseitigkeit, auch die Gottesbeziehung. Gottes Hilfe dabei ist uns sicher. Wir müssen nur "nach ihr fragen". Das ist es, was es heisst Gott zu suchen.


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