Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Alles in einem Atemzug

  Hebr 13, 16-17

 
Anleitung zu echtem christlichen Leben

07. März 2016
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Spruch der
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Vergesst nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen; denn an solchen Opfern hat Gott Gefallen. Gehorcht euren Vorstehern und ordnet euch ihnen unter, denn sie wachen über euch und müssen Rechenschaft darüber ablegen; sie sollen das mit Freude tun können, nicht mit Seufzen, denn das wäre zu eurem Schaden.

Wenn wir diese beiden Sätze lesen, so könnte man meinen, es seien zwei aus dem Zusammenhang gerissene Bibelstellen, die hier willkürlich aneinander gefügt wurden. Aber Paulus sagt das uns sozusagen in einem Atemzug. Das wäre heute kaum noch denkbar.

Gutes tun gehört zu den Standardthemen der der heutigen Verkündigung. Aber wer würde sich noch getrauen, daraus ein Opfer zu machen, an dem Gott Gefallen hat? Heute spendet man aus Solidarität und weil man das als anständiger Mensch eben tut. Es ist ja fast schon ein Wunder, dass der Name „Fastenopfer“ noch nicht geändert wurde, wo sogar der Begriff „Messopfer“ der heutigen Abneigung von „Opfer“ zum Opfer gefallen ist. Dann dieser abrupte Übergang zum Gehorsam gegenüber den Vorstehern. Wir leben doch heute in einem demokratischen Zeitalter, wo die Vorsteher – "ganz im Sinn der Bibel" (vgl. Mk 9,35)  – nur doch die Diener aller zu sein haben. Da haben diese doch nur noch der Gemeinde Rechenschaft abzulegen und sicher nicht über das, was ihre „Schäflein“ tun.

Überhaupt; was haben denn Gutes tun und Gehorsam oder gar Unterordnung miteinander zu tun? „Aufruf zu echtem christlichem Leben“ überschreibt die Einheitsübersetzung dieses abschiessende Kapitel des Hebräerbriefes. Vielleicht sollen wir uns bei der Lektüre doch einmal überlegen, ob wirklich die Nächstenliebe allein schon ein echtes christliches Leben ausmacht, oder ob es da nicht noch viele andere, ebenso wichtige Aspekte gibt, und insbesondere auch, wer denn eigentlich das Sagen hat in unserem Leben, wir oder Gott.

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