Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen 

  Mk 7,6-11

Ist unser Herz bei Gott?
 

29. August 2015
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Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte Recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen.

Dieser Satz wurde im Zusammenhang mit den vielen Gesetzen, Geboten und Traditionen des Judentums von damals gesprochen. Ein solcher sinnloser Übereifer kann immer wieder vorkommen, selbst in der Kirche. Die grosse Gefahr heute ist aber wohl das Gegenteil. „Ihr stellt menschliche Gesetze auf, um die Gebote Gottes auszuhebeln!“ könnte heute der Schlusssatz in etwa heissen. Jeder Christ, der mit offenen Augen durch die Welt geht, wird dies bestätigen können.

Aber, geht es bei dieser Bibelstelle nicht noch um weit mehr? Ist nicht die Aussage: „Sein Herz ist weit weg von mir“ der Schlüssel, um diesen Text durch alle Jahrhunderte und in allen Kulturen richtig zu verstehen, und ihn als zu unserer persönlichen Belehrung geschrieben anzuerkennen und zu beherzigen? „Wo dein Schatz ist, ist auch dem Herz!“ (vgl. Lk 12,34) Wo ist mein Herz, nicht nur in der Kirche, sondern auch im Alltag, nicht nur beim Gebet im stillen Kämmerlein, sondern auch in den Entscheidungen, vor die ich tagtäglich gestellt bin? Wo ist mein Herz, wenn kurzlebige Freuden locken, oder wenn Ertrag und Erfolg von meinen Entscheidungen abhängt? Verstecke ich mich dann nicht noch so gerne hinter Gesetzen und Vorschriften, ja manchmal sogar hinter dem Wortlaut der Gebote? Oder ist mein Herz auch dann noch bei Gott? Lebe ich auch dann noch in und aus der Beziehung zu ihm?


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