Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Ich glaube, dass Gott die Liebe ist 

Unser Glaubensbekenntnis

26. November 2014

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 Gott ist die Liebe. Niemand wird diesen Satz bestreiten. Und wenn wir in die Verkündigung hinein hören, so scheint es sogar, als sei dies heute das grosse Glaubensbekenntnis unserer Kirche, ja des Christentums überhaupt. Komisch ist nur; wenn wir das apostolische Glaubensbekenntnis nehmen, oder das grosse von Nicäa-Konstantinopel, so fehlt diese Aussage in beiden. Warum wohl? Haben wir Menschen von heute wieder einen grossen Schritt in der Erkenntnis der Wahrheit getan? Oder war dies vielleicht den ersten Christen, und bis hinein in die Neuzeit, derart selbstverständlich, dass man es gar nicht zu erwähnen brauchte? Im letzteren Fall drängt sich dann die Frage auf, ob dieser Satz, so wie er heute verwendet wird, nicht eher eine Reduktion als eine Erweiterung der Wahrheit darstellt. Mir scheint, als werde die Aussage „Gott ist die Liebe“ vielerorts dazu missbraucht, um den Gedanken, wenn nicht gar den Glauben, an unsere Erlösung zu verdrängen. Von dieser Erlösung aber sprechen unsere Glaubensbekenntnisse. Diese Erlösung, dieser grosse Akt der Liebe Gottes zu uns Menschen, ist die Grundlage unseres christlichen Glaubens. An Christus als den Sohn zu glauben, der uns erlöst hat, darauf baut unser ganzes Vertrauen, auch das Vertrauen in die Liebe Gottes. „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.“ (Joh 3,16)

Müssten wir nicht uns selber und alle Gläubigen wieder lehren, jeden Tag ganz bewusst das Glaubensbekenntnis zu beten, oder besser gesagt abzulegen? Viele Probleme unserer Kirche würden sich so von selbst lösen.

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