Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Zu unserer Belehrung geschrieben

  1.Kor 10,1-5 und ff
 
Tut alles zur Verherrlichung Gottes!
11. März 2017
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 Ihr sollt wissen, Brüder, dass unsere Väter alle unter der Wolke waren, alle durch das Meer zogen und alle auf Mose getauft wurden in der Wolke und im Meer. Alle aßen auch die gleiche gottge-schenkte Speise und alle tranken den gleichen gottgeschenkten Trank; denn sie tranken aus dem Leben spendenden Felsen, der mit ihnen zog. Und dieser Fels war Christus. Gott aber hatte an den meisten von ihnen kein Gefallen; denn er ließ sie in der Wüste umkommen.

Was soll nun diese Drohbotschaft schon wieder? Das war vielleicht für die Gemeinde des Apostels Paulus relevant, als die Frage des Götzenopferfleisches noch brandaktuell war. Aber heute?

„Alles, was einst geschrieben worden ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben.“ schreibt der Völkerapostel an anderer Stelle. (Röm 15,4) Als ich dieses zehnte Kapitel des ersten Korintherbriefes las, da begannen meine Gedanken geradezu zu sprudeln. Schon diese ersten fünf Verse, erinnern sie nicht sofort an die ganze Diskussion um den Empfang des Heiligen Eucharistie von heute? Das Volks Israel nahm die gottgeschenkte Speise als ganz selbstverständlich an. Sind wir heute in unserer Kirche nicht irgendwie auch soweit, dass der Kommunionempfang zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist, zu etwas, das Gott, das die Kirche uns schuldet, oder zu etwas, was nun einmal zum ganzen Zeremoniell des Gemeindegottesdienstes gehört? Hat vielleicht Gott deswegen auch an den meisten von uns kein Gefallen, sogar an mir?

„Das Volk setzte sich zum Essen und Trinken; dann standen sie auf, um sich zu vergnügen.“ Heisst es weiter. Ist die Welt von heute nicht genau so weit wie Israel damals, von der Unzucht heute ganz zu schweigen? Die Versuchung dazu ist auf alle Fälle für uns alle gegeben. „Wer also zu stehen meint, der gebe Acht, dass er nicht fällt.“ Wer meint das nicht auch hin und wieder?

Und was Paulus zu Götzenopferfleisch sagt und zur Frage des Gewissens, müssten wir uns nicht auch einmal überlegen, was das in der heutigen Zeit heisst, zum Beispiel in der so heiss diskutierten Frage der Zulassung zu Heiligen Kommunion und in der ganzen Frage von Kasuistik und Gewissensentscheid? Die theologische Seite hat Paulus an anderer Stelle dargelegt. „Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.“ (1.Kor 11,27) Hier geht es noch um etwas anderes, das heute gerne vergessen wird, dass nämlich niemand allein lebt in dieser Welt oder gar in unserer Kirche. Es geht nicht einfach darum, skrupelhaft nach Vorschriften und Gesetzen zu suchen einerseits, oder sich mehr oder weniger bedenkenlos darüber hinweg zu setzen. Es geht auch darum: „Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen.“ Denken wir bei all unseren Gewissens- und anderen Entscheiden nicht oft viel zu wenig an die anderen und an ihr Gewissen? „Gebt weder Juden noch Griechen, noch der Kirche Gottes Anlass zu einem Vorwurf!“ mahnt Paulus.

All das aber und noch vieles mehr ist zusammengefasst in Vers 31 „Ob ihr also esst oder trinkt oder etwas anderes tut: Tut alles zur Verherrlichung Gottes!“ Und damit sind wir, meiner Meinung nach, beim Hauptproblem unserer Welt und unserer Kirche heute. Es ist meist nicht mehr Gott, sein Wille und seine Ehre, welche im Zentrum stehen, sondern der Mensch, das liebe ICH, mein Wille, meine „Bedürfnisse“, mein „Heil“ hier und jetzt. Wenn uns also Paulus warnt, wenn Christus vom schmalen Weg und der engen Pforte spricht, so geht es um nicht mehr und nicht weniger als darum, nach jenem Reich zu streben, in welchem Gottes weiser Wille mit uns sich voll entfalten kann, schon hier und jetzt, wenn auch nur ansatzweise, ganz aber einst in unserer ewigen Heimat. In einer solchen Haltung wird uns „alles andere hinzu gegeben werden“. Es gibt noch viel zu tun. Packen wir es an.

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