Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Bereit zu verzeihen 

Ps 86,5

Gottes „grenzenlose“ Barmherzigkeit
 

02. September 2015
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Herr, du bist gütig und bereit zu verzeihen, /
für alle, die zu dir rufen, reich an Gnade.


Dies ist eine jener Stellen der Schrift, die jenes Verständnis von Gottes „grenzenloser“ Barmherzigkeit widerlegen, das – direkt oder auch nur indirekt – als so etwas wie einen Heilsautomatismus präsentiert. Gottes Barmherzigkeit beruht – wenn man das so sagen darf- auf einer gewissen Gegenseitigkeit. Gott ist bereit zu verzeihen. Oder anders ausgedrückt, er kommt uns mit seiner Barmherzigkeit entgegen. An uns ist es nun, unsererseits Gott entgegen zu gehen, zum Beispiel indem wir zu ihm rufen, wie es hier heisst. Wir müssen uns seiner Barmherzigkeit öffnen ist eine andere Umschreibung dieser Haltung. Einsicht, Reue und Bereitschaft zur Umkehr sind unerlässliche Schritte auf Gottes Barmherzigkeit hin. Oder anders ausgedrückt, Uneinsichtigkeit, Besserwisserei und Selbstgerechtigkeit bauen „Schutzwälle“ gegen Gottes Barmherzigkeit auf. In seiner Allmacht könnte Gott diese einfach niederreissen. In seiner Liebe tastet er unsere Freiheit nicht an. Denn das, was er sich von uns wünscht, ist unsere freie Liebe, eine Liebe, die nichts anderes kann und will, als immer und immer wieder auf ihn zuzugehen, selbst dann, wenn wir sagen müssen: „Vater, ich habe gesündigt.“



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