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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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"Vor allem anderen: Jesus"

Christus der Herr
6. Oktober 2018
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"Vor allem anderen: Jesus" so oder ähnlich tönt es in unserer Kirche heute oft. Und das ist ganz sicher immer sehr gut gemeint. Doch nach meiner persönlichen Meinung müsste es heissen: "Vor allem anderen: Christus, der Herr."

Hat nicht Papst Franziskus selbst nach seiner Wahl gesagt, dass Priester jeglichen Ranges nicht Jünger des Herrn seien, wenn sie ohne das Kreuz gingen, ohne das Kreuz die Kirche aufbauten und sich zu einem Christus ohne Kreuz bekennen würden? Und gilt das nicht auch für uns Laien aller Alters- und anderer Stufen?

Immer nach meinem persönlichen Empfinden wird der Begriff "Jesus" heute allzu oft allzu weltlich verwendet. Dabei tritt dann der Mensch Jesus in den Vordergrund, seine Liebe zu uns, unsere Gefühle für ihn und unsere Beziehung zu ihm und unseren Mitmenschen. Was dann schnell vergessen geht ist unsere Erlösung, ist jenes Kreuz Christi, welches unser Heiliger Vater in seiner programmatischen Rede kurz nach seiner Wahl gemeint hat. So aber leistet dieser Begriff einen nicht unbedeutenden Beitrag zu jener Verweltlichung unseres Glaubens, welche heute das grosse Problem unserer Kirche ist.

Kennzeichnend für einen verweltlichten Glauben ist ein Glaube ohne "Herr". Der Mensch steht im Mittelpunkt und die Gefahr ist gross, dass es schlussendlich das eigene Ich ist. Dann aber wird es schwierig dieses "vor allem anderen: Jesus" wirklich zu leben, die Lebensrealität des Bösen nicht auszublenden, sich nicht in die Illusion einer möglichen heilen Welt schon hier und jetzt verlieren.


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