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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Die Lösung heisst nicht „konservativ“,

die Lösung heisst Umkehr!
 

04. September 2020

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«Die Lösung heisst nicht „konservativ“» so lautete der Titel eines Artikels eines bekannten Gebetshausleiters. Ehrlich gesagt, ich habe den Text nicht gelesen. Der Titel allein schreckte mich, als eher konservativ denkenden Christen, davon ab. „Konservativ“ wird heute nur allzu gerne als negatives Schlagwort, als Totschlagargument verwendet, wenn es gilt fortschrittliche, progressive Ideen zu verkaufen oder zu verteidigen.

Für mich ist «konservativ» zuerst einmal eine sehr positive Eigenschaft. Sie will bewahren, was es zu bewahren gilt. Und es gibt viel zu bewahren in unserer Kirche. Wir haben einen reichen, allumfassenden (katholischen) Glaubensschatz. Wir haben eine unvergleichliche Vielfalt in der Liturgie und in den religiösen Gebräuchen und Traditionen. Dies alles haben wir zu bewahren, damit wir nicht an Seele und Geist verarmen, und damit auch bei unseren Nachkommen «jeder kluge Hausvater daraus immer wieder Neues und Altes hervorholen» kann. (vgl. Mt 13,52)

Was wir sicher nicht dürfen ist, alles über Bord zu werfen, was nicht unseren persönlichen Vorstellungen entspricht oder was gar unseren persönlichen Interessen und Präferenzen im Wege steht. Genau das aber ist seit längerer Zeit im Gange. Genau das hat innerhalb der Kirche scheinbar unüberwindbare Gräben aufgerissen. Genau das zerstört auch immer mehr unsere Glaubwürdigkeit in dieser Welt. Und genau das führt uns immer weiter weg von dem „einen Gott, dem Vater, dem Allmächtigen, dem Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren“ wie wir im grossen Glaubensbekenntnis beten.

Deshalb kann die Lösung nicht heissen: (nur) fortschrittlich, aber auch nicht: (nur) konservativ. Deshalb muss sie heissen: Umkehr, Umkehr zu Gott. «Kehrt um zu ihm, Israels Söhne, / zu ihm, von dem ihr euch so weit entfernt habt.» (Jes 31,6) Nur wo Gott immer und überall im Zentrum unseres Lebens steht, wo wir uns ganz an ihm, dem ewige Unwandelbaren ausrichten, kann sich Altes und Neues harmonisch und zu Wohl aller verbinden, können wir als Gemeinschaft in Glauben, Hoffnung und Liebe unseren Weg durch diese Zeit zur ewigen Heimat gehen, ohne das wir uns gegenseitig auf die Zehen treten.


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