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Geistesblitze - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Das Doppelgebot

 
Das wichtigste Gebot

07. August 2018

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"Mich ärgert, wenn heute immer so getan wird, wie wenn man die Menschen – seine „Nächsten“ – genauso „intensiv“ lieben müsse wie Gott." schrieb mir kürzlich jemand. Ich habe ihm geantwortet:

Das Problem existiert für mich so nicht. Für mich ist das Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe eigentlich ein einziges. Das Wichtigste ist, Gott zu lieben. Was das heisst, das sagt der Herr: «Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt.» (Joh 14,21) Für mich kommt ein Zweites dazu, die Dankbarkeit. «Dankbarkeit ist ein anderes Wort für Liebe» habe ich einmal gelesen. Diese auch dann möglich, wenn das Gefühl schweigt, ja sogar, wenn mir die Geschenke Gottes nicht so recht gefallen wollen. Die Gebote zu halten aber schliesst die Nächstenliebe wie die Eigenliebe mit ein. Oder besser gesagt, beiden fliessen, wenn sie echt sein wollen, aus der Gottesliebe. Sie sind der Wille Gottes für mich und damit auch sein Geschenk an mich. Denn die wahre Selbstverwirklichung besteht in der Verwirklichung des Willens Gottes mit mir. Das alles ist natürlich das Ideal, von dem ich noch sehr weit entfernt bin. Aber ich glaube, bei Gott zählt das ehrliche Bemühen mehr, als die bereits erreichte Perfektion, denn auch diese ist im Grunde genommen ein Geschenkt seiner Gnade.


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