Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Dreifaltigkeit  

Person und Rolle

17. Juni 2014

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Am Dreifaltigkeitssonntag twitterte ein österreichischer Ordenspriester: „Dreifaltigkeit: „Ich kenne einen Mann, der ist zugleich Ehemann und Vater und Sohn.“ „Hmm, und daran glaubst du?““ Natürlich war ich wieder einmal zu wenig schlagfertig um zu antworten: “Und ich kenne eine Frau, die ist Mutter und Tochter und zudem der gute Geist der Familie. Aber ich würde sie nie als dreifaltig eine bezeichnen.“ Als ich ihn auf die Lehre der Kirche verwies, antwortete er: „Der Unterschied zw. Person und Wesen ist rein sprachlich.“

Gleichentags schrieb ein anderer, an sich bewusst romtreuer Blogger, nachdem er zuvor darauf hingewiesen hatte, dass die Römer mit „persona“ nicht einen bestimmten Menschen meinten, sondern eine Rolle: „Zwischen Dreifaltigkeit und Dreieinigkeit, gibt es also keinen Widerspruch, sondern nur die innere Logik eines Gottes, der Beziehung ist, eines Gottes in drei Personen, eines Gottes, der drei Rollen spielt: den Schöpfer, den Erlöser und die Liebe – das Band, das Schöpfung und Erlösung umfängt.“

In der Präfation zu diesem Fest aber singt die Kirche: „"... Mit deinem eingeborenen Sohn und dem Heiligen Geist bist du der eine Gott und der eine Herr, nicht in der Einzigkeit einer Person, sondern in den drei Personen des einen göttlichen Wesens. … So beten wir an im Lobpreis des wahren und ewigen Gottes die Sonderheit in den Personen, die Einheit im Wesen und die gleiche Fülle in der Herrlichkeit…“

Die Verwirrung ist heute komplett. Paulus schreibt im 1. Korinterbrief 14,8 „Und wenn die Trompete unklare Töne hervorbringt, wer wird dann zu den Waffen greifen?“ Wer will schon missionieren, und wer wird unsere Botschaft annehmen, wenn wir alles bis zu Unkenntlichkeit, oder gar bis zum Gegenteil dessen zerreden, was gemeint ist? Die Menschen von heute sind genau so wenig dumm, wie wir Alten zu unserer Jugendzeit. Auch der Mensch von heute ist fähig zu glauben, was ihm glaubwürdig verkündet wird. Er wird sich aber gelangweilt abwenden, wenn ihm jeder seine eigene, noch so gut gemeinte Meinung auftischt.

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