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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Drohbotschaft, Barmherzigkeit, Befreiung

Die Taktik Satans
22. Oktober 2018
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Wenn ich es mir so überlege, so glaube ich, dass die Erfolge Satans in den letzten Jahrzehnten auf eine äusserst raffinierte Strategie zurück zu führen sind. Man nehme unverdächtige Begriffe und unterlege ihnen langsam aber sicher eine nicht neue, aber so einseitige, enge und absolute Bedeutung, dass sie sich als Totschlagargumente gegen alles und jedes gebrauchen lassen, was man aus dem Bewusstsein der Gläubigen entfernen und/oder fernhalten will. Drei dieser Begriffe erweisen sich in unserer heutigen, egozentrischen Welt als besonders wirksam und virulent: Drohbotschaft, Barmherzigkeit und Befreiung.

Mit dem Begriff Drohbotschaft lässt sich bequem der ganze Ernst der Gebote Gottes und der Kirche zerstören. Liebe droht doch nicht. Also kann auch Gott nicht drohen und deshalb darf es auch die Kirche nicht. Sicher, Liebe droht nicht. Wenn sie aber echt sein will, dann muss sie warnen, wo Gefahren lauern. Dass sie dabei auch auf die Folgen aufmerksam machen muss für den Fall, dass wir nicht hören wollen, das gehört dazu. Die schlimmste Folge der Sünde ist immer die Trennung von Gott. Das kann natürlich auch als Drohung verstanden werden. In Liebe angenommen erfahren wir das aber als Ausdruck der Liebe des Anderen.

Gottes grenzenlose und bedingungsloser Barmherzigkeit ist der zweite dieser Begriffe. Falsch verstanden löscht er in uns das Verantwortungsbewusstsein, das Bewusstsein für Sünde und Schuld. Dass damit die Barmherzigkeit überflüssig gemacht wird, merken nur die wenigsten. Doch wo es nichts (mehr) zu verzeihen gibt, braucht selbst Gott nicht barmherzig zu sein. Barmherzigkeit im Sinn von Vergebung – nicht zu verwechseln mit Barmherzigkeit im von Wohltätigkeit – wird nur dort nötig, wo eine Verfehlung und/oder Schuld vorliegt. Deshalb steht die Leugnung der Sünde Gottes Barmherzigkeit diametral entgegen. (Übrigens, auch das gehört zur Taktik Satans, zwei verschiedene Bedeutungen eines Wortes so zu vermischen, dass jede sachliche Diskussion unmöglich wird.)

Freiheit, "sein zu können wir Gott", das verspricht die alte Schlange seit eh und je. Befreiung ist deshalb ein Schlachtruf, auf welchen der Mensch immer und immer wieder hereinfällt, auch wenn die ganze Menschheitsgeschichte lehrt, dass es in dieser Welt diese absolute Freiheit nie geben kann und wird. Irgendwelchen Zwängen sind wir immer unterworfen. Die Freiheit der Kinder Gottes besteht im Grunde genommen einfach darin, sich Gott und seinen Weisungen aus freiem Willen, aus Liebe zu ihm und zu unseren Nächsten, zu unterwerfen. Wahre Befreiung schenkt uns allein die Erlösung aus der Sünde, das Kreuz Christi, weil nur dieses uns zu einer solchen Haltung fähig macht. Wahre Freiheit geniessen nur die "Gefangenen der Liebe Gottes" um es einmal mit einem abgewandelten Buchtitel zu verdeutlichen.

Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe, damit sie erkennen, was Gottes liebender Wille und was das Trachten des Widersachers ist.


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