Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Eine unzulässige Einseitigkeit  

ist Nächstenliebe alles?

5. Dezember 2014

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„Und wer von den hier Schreibenden gibt nur wenigstes 10% für die Armen? Ich habe schon sogenannte Katholiken getroffen, die reine Kapitalisten waren. Aber natürlich halten sie sich selbst für die einzig wahren Katholiken.“ So schrieb kürzlich eine Kommentarin zu einer Predigt unseres Heiligen Vaters auf der Internetseite „kath.net“.

Es ist leider so, dass die Lehre unserer Kirche - nicht nur von ihren Kritikern - allzu oft auf die Nächstenliebe reduziert wird. Ja selbst engagierte Katholiken reden und handeln so, dass von der ganzen Fülle, von den tiefen Geheimnissen unseres Glaubens, kaum mehr etwas übrig bleibt. Man könnte ganze Bücher über dieses Problem schreiben. Infolge der Beschränkung der Kommentare in diesem Medium habe ich dieser Person einfach geantwortet:

 „Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte / und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, / hätte aber die Liebe nicht, / nützte es mir nichts.“ (1.Kor 13,3) Wer bin ich, dass ich über das Tun oder Nichttun meines Nächsten urteilen könnte? Sicher, der Glaube bewährt sich in der Liebe zum Nächsten. Doch tätige Nächstenliebe – so meine persönliche Erfahrung – „das tun auch die Heiden.“ Entscheidend ist, was dahinter steht. Die Reduktion des Christseins auf die Nächstenliebe ist eine unzulässige Einseitigkeit und Vereinfachung. Christlich, und insbesondere katholisch (allumfassend) ist es, sein ganzes Leben, all sein Tun und Lassen, sein Reden und Denken, aus der Beziehung zu Gott, aus der Liebe zu IHM (das ist das erste und wichtigste Gebot - Mt 22,38) heraus zu leben. „Sonst bin ich nur dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.“


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