Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Die Erfahrung des Heils

Lk 1,76-79
 
Die Vergebung der Sünden

26. November 2017
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Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; / denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten. Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken / in der Vergebung der Sünden.

Oft schon ist mir im Stundengebet diese Stelle aus dem Lobpreis des Zacharias begegnet. Kürzlich fragte ich mich dann plötzlich, ob das nicht ein Wort wäre, das man einem Neupriester mit auf den Weg geben könnte. Auch er hat, mehr als wir „normalen“ Gläubigen, das Amt des Propheten. Und nicht zuletzt ist gerade ihm durch seine Weihe die Vollmacht verliehen „sein Volk mit der Erfahrung des Heils zu beschenken in der Vergebung der Sünden.“

Dann aber könnte dieses Wort auch allen mitgegeben werden, welche daran denken - oder welche wir einladen möchten daran zu denken - Priester zu werden. Ob nicht in der Aussicht, Menschen mit der Erfahrung des Heils beschenken zu können, ein kräftiges Gegenargument gegen die Angst vor den Schwierigkeiten dieser Berufung, gerade in unserer heutigen Zeit, sein könnte?

An dieses Wort dürfen sich sicher auch all jene immer wieder erinnern, welche bereits Priester sind, denen ihre Aufgabe über den Kopf zu wachsen droht, welche bei all ihren Bemühungen keine Erfolge mehr sehen, welche müde sind und aufgebraucht. Das Wissen darum, dass sie Menschen mit der Erfahrung des Heils in der Vergebung der Sünden beschenken dürfen, kann ihnen Trost und Stärke in den Schwierigkeiten des Alltags sein.

Doch auch wir einfachen Gläubigen dürfen uns von diesem Wort immer wieder aufrichten lassen. Als Getaufte haben auch wir dieses Prophetenamt. Auch wir können und dürfen Menschen dorthin führen und begleiten, wo sie die Erfahrung des wahren Heils schon hier und jetzt machen können, zur Vergebung zu Sünden. Damit wir das können gibt es keinen besseren Weg, als uns immer wieder selber mit dieser Erfahrung beschenken zu lassen im Sakrament der Busse.

„Für uns Menschen und um unseres Heiles willen“ ist Christus Mensch geworden. Dieses Heil aber besteht zuerst einmal in der Vergebung der Sünden. Diese haben wir alle immer wieder nötig. Nur in ihr machen wir wahre Heilserfahrungen. Und nur durch sie werden wir immun gegen all die Heilsversprechen dieser Welt.

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