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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Vom Glauben erzählen

Eine Aufgabe für alle
12. August 2018
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"Ich vertraue Euch (liebe Eltern) den YOUCAT for KIDS an. Werdet nicht müde, zu fragen und von Eurem Glauben zu erzählen. Bleibt nicht stumm, wenn die Fragen Eurer Kinder drängen, sondern habt immer die Kraft, Übermittler des Glaubens zu sein, den auch Ihr von Euren Eltern empfangen habt. Seid eine lebendige Kette, die es von Generation zu Generation möglich macht, dass das Evangelium in unseren Familien, Gemeinschaften und in der Kirche immer gegenwärtig ist."

So steht es als Covertext auf dem neuen YOUCAT for KIDS. So lautet der Schluss des Vorwortes, das unser Heiliger Vater zu diesem Werk geschrieben hat. Man kann diesen Aufruf nicht genug unterstreichen. Das ist es, was heute in unserer Kirche so sehr fehlt, die Weitergabe des Glaubens von Generation zu Generation. Das Problem aber ist, dass die Generation unserer heutigen Eltern oftmals selber nicht mehr in den Genuss einer solchen Weitergabe gekommen ist. Doch wenn man jetzt in Versuchung gerät, Schuldige zu suchen, so muss man sich fragen; was bringt's? Die Frage muss sein; was können wir tun? Von Neuevangelisation war vor nicht allzu langer Zeit viel die Rede. Doch was ist Neuevangelisation anderes, als Weitergabe des Glaubens? Was hindert uns eigentlich, damit Ernst zu machen?

Einer, der es wissen muss, Paulus, der Völkerapostel, mahnt uns: "Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung." (2.Tim 4,2) Ein Blick in die Verkündigung von heute genügt um zu sehen, dass es genau daran fehlt, am Mut zu verkünden, einzutreten für den Glauben, und nicht zuletzt auch am Mut zurecht zu weisen, zu tadeln und zu ermahnen. Oft fehlt es auch an der Ausdauer und der Geduld. Viel zu schnell werfen wir die Flinte ins Korn, wenn unsere Belehrung nicht sofort Früchte trägt. Das betrifft natürlich zuerst unsere Seelsorgenden. Das betrifft aber auch uns alle. Es ist leicht, das zu erzählen, was alle hören wollen und wegzulassen, womit man anstossen könnte. Aber damit versickert die Glaubenssubstanz immer mehr bis zur Unkenntlichkeit. Nur der ganze Glaube ist der wahre Glaube.

Das andere ist natürlich, dass wir auch selber die Belehrung suchen, ja fordern müssen, wo unser Glaubenswissen Lücken aufweist. Dieser YOUCAT for Kids wird vielen Eltern, ja uns Katholiken allen, zeigen, dass auch bei ihnen, bei uns, noch Einiges im Argen liegt. Und nicht zuletzt will er alle, welche mit der Verkündigung beauftragt sind, aufrütteln, sich selber wieder schlau zu machen, das eigene Glaubenswissen aufzufrischen, die Lücken zu schliessen und sich die Argumentationen in Erinnerung zu rufen. Nur wer im Glauben sattelfest ist, kann immer und überall in geeigneter Form vom Glauben erzählen, sei es in der Homilie, im Religionsunterricht, im privaten Gespräch und in Pfarreianlässen und auch im Beichtstuhl. (Ich bin überzeugt, dieser würde wieder wesentlich attraktiver, wenn es dort nicht immer nur heissen würde: "Ist schon gut. Gott ist barmherzig. Amen.") Ihr Beispiel würde uns alle, und besonders auch die Eltern unter uns, anspornen, unseren eigenen Verkündigungsauftrag wieder ernster zu nehmen. Dann aber würden wir bald merken, dass dieser eigentlich Freude macht, dass wir selber davon genauso profitieren wie jene, zu welchen wir sprechen.


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