9


Geistesblitze - Einzeltext
Stefan Fleischer

Alle Texte sind im Menu links aufrufbar

Die Eucharistiemüdigkeit

  Das Heilige Messopfer

02. Oktober 2020
Aphorismen
Gedankenblirtze
Gedanken-
splitter

Gedanken-
splitter Archiv

vernachlässigte Aspekte
vernachlässigte Aspekte Archiv
Weihnachts-
geschichten





Dass die Zahl der regelmässigen Kirchgänger immer mehr abnimmt, haben wir nicht erst seit Corona. Der Virus kann eigentlich nur noch beschleunigen. Ein wesentlicher Grund ist m.E. die Eucharistiemüdigkeit, wie ich das nenne. Man hat das schon so oft erlebt. Die Liturgen tun zwar ihr Möglichstes, um die Gottesdienste wieder attraktiv zu machen. Was jedoch fehlt ist das Wissen, was hier in Tat und Wahrheit geschieht. So wie unsere Gottesdienste heute gestaltet werden, präsentieren sie sich den meisten unserer glaubensmässig ungenügend ausgebildeten Gläubigen – überspitzt ausgedrückt -als so etwas wie ein Anlass eines Vereins zur moralischen Aufrüstung und Weltverbesserung, mit Vortrag, Gesang und sinnigen Ritualen, oft verbunden mit einer Fundraisingaktion für irgend ein Hilfswerk. Dass die Förderung der Gemeinschaft auch dazu gehört ist selbstverständlich bei einem solchen Verein.

Doch das Heilige Messopfer, wie es früher gerne genannt wurde, ist jener Akt, in welchem wir, «dem Wort unseres Herrn und Erlösers gehorsam und getreu seiner göttlichen Weisung», durch die Hand seines in der Person Christi handelnden, geweihten Priesters, «Gott dem allmächtigen Vater dieses heilige und lebendige Opfer darbringen.» Es ist auch der Akt des «Opfer des Lobes» der Gemeinde und der Akt der Dankbarkeit für dieses unschätzbare Geschenk Gottes an uns. Und es ist dann jener Akt, in welchem Gott uns unsere Opfergaben zurückschenkt, verwandelt in den wahren Leib und das wahre Blut unseres Herrn, zur wahren Speise für Leib und Seele. Es ist so eine Quelle überreicher Gnaden, ein Akt der unermesslichen Liebe Gottes zu uns.

«Wohl mir! Du willst für deine Liebe ja nichts, als wieder Lieb' allein; und Liebe, dankerfüllte Liebe soll meines Lebens Wonne sein.» wäre die gebührende Antwort darauf. Machen wir uns dessen wieder bewusst.

 



********


Home
weitere Texte

nach oben