Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Ist es erlaubt?

Mt 22,15-18
 
Vorsicht Falle

18. Oktober 2020
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Damals kamen die Pharisäer zusammen und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen. Sie veranlassten ihre Jünger, zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen und zu sagen: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und wirklich den Weg Gottes lehrst, ohne auf jemand Rücksicht zu nehmen; denn du siehst nicht auf die Person. Sag uns also: Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum stellt ihr mir eine Falle?

Es gibt viele Aspekte in diesem Kapitel der Schrift
(Mt 22,15-22), den die Einheitsübersetzung mit «Die Frage nach der kaiserlichen Steuer»  betitelt. Ich persönlich sehe – je länger je mehr - in diesem Evangelium auch noch den Hinweis, dass sich die Kirche nicht in umstrittene Tagesfragen einmischen darf. Damit riskiert sie immer in eine Falle zu tappen, welche ihr ihre Gegner – unter Leitung des Widersachers – zu stellen versucht. Die Folge davon wäre meist Unfrieden und Spaltung innerhalb der Kirche und so Verlust an Glaubwürdigkeit. Dies schadet dann ihrem Auftrag, «den Vorrang Gottes im menschlichen Leben und in der Geschichte zu bekräftigen und Gottes Recht auf das, was ihm gehöre, zu respektieren» - wie unser Heiliger Vater in seiner Predigt kürzlich zu diesem Evangelium sagte. – «und so zu verkünden, dass der Einzelne jeden seiner Entscheide – auch seine politischen - vor Gott und seinem gut geschulten Gewissen zu verantworten vermag» - möchte man anfügen). Das ist es, was ich Mündigkeit der Laien, oder besser gesagt aller Christen, nennen würde, ein Leben im Bewusstsein seiner persönlichen Verantwortung vor Gott. Dies zu fördern gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Kirche.

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