Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Falscher Eifer

  Röm 10,1-4

 
damals und heute

24. März 2016
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Brüder, ich wünsche von ganzem Herzen und bete zu Gott, dass sie gerettet werden. Denn ich bezeuge ihnen, dass sie Eifer haben für Gott; aber es ist ein Eifer ohne Erkenntnis. Da sie die Gerechtigkeit Gottes verkannten und ihre eigene aufrichten wollten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen. Denn Christus ist das Ende des Gesetzes und jeder, der an ihn glaubt, wird gerecht.

Was Paulus hier meint ist der Eifer vieler Juden für das Gesetz des Mose. Man könnte einfach darüber hinweggehen, wenn er nicht an anderer Stelle gesagt hätte: „Und alles, was einst geschrieben worden ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch Geduld und durch den Trost der Schrift Hoffnung haben“ (Röm 15,4) Also, welche Lehre ziehen wir heute aus diesem Text?

Wenn wir in unsere Kirche hinein sehen, so finden wir sehr viele Menschen, die sich engagieren, für die Kirche, für Friede und Gerechtigkeit, für die Bewahrung der Schöpfung, für die Hilfe an die Notleidenden. Das alles ist schön und gut, ja gottgewollt. Aber so wie jene Juden glaubten, allein das Gesetz sei das Heil des auserwählten Volkes, so scheinen heute viele zu glauben, an all dem hänge das Heil dieser Welt, das allein wäre die rettende Medizin. Was ihnen aber – den einen mehr, den anderen weniger – fehlt, ist die „Erkenntnis“. Auch sie wollen ihre eigene Gerechtigkeit aufrichten, statt sich der Gerechtigkeit Gottes zu unterwerfen

Was aber ist diese Gerechtigkeit Gottes? Für Paulus ist es klar; die Gerechtigkeit Gottes ist Christus der Herr selbst, ist unsere Erlösung durch sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung. Sich der Gerechtigkeit Gottes zu unterwerfen heisst also, sich dieser Erlösung zu unterwerfen, sich ihr nicht zu verweigern oder zu glauben, ihrer nicht zu bedürfen. Dies einzusehen ist jene Erkenntnis, welche all unserem Eifer erst Sinn gibt. Um dies einzusehen aber brauchen wir den Glauben, den ganzen, bewussten Glauben, der uns die wahre Hoffnung schenkt und uns zur Liebe führt, zur Liebe zu Gott zuerst und aus dieser Gottesliebe heraus zur Liebe zum Nächsten und zu uns selber. „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben, aus ganzem Herzen …“ heisst das erste und wichtigste Gebot. Und wem dies schwer fällt, der darf auch formulieren: „Du darfst deinen Herrn und Gott lieben. Sein Kreuz erlaubt es dir.

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