Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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03. September 2014

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„Im Reisen wohnt die Sehnsucht nach dem Unendlichen“ Mit diesem Satz von Friedrich Schlegel als Überschrift stellte sich in einer unserer Nachbarpfarreien die neue Praktikantin vor. Von Ferien ist in dem Text die Rede, von Durchatmen, Freiräume schaffen, und von jener Sehnsucht nach dem Unendlichen, die uns aufmerksam macht auf Hoffnungen und Träume, und die auch bedeutet, sich auf das Wesentliche zu besinnen, zu mir selbst zu kommen, und Gott zu finden. Mir kam dabei sofort der etwas bösartige Spruch eines Aphoristikers in den Sinn: „Viele Menschen heute suchen Gott, aus lauter Angst, ihm zu begegnen.

Von Gott erfahren, Gott suchen, Gott finden etc. ist in der modernen Verkündigung sehr viel die Rede. Davon aber, was wir tun, oder gar was wir glauben müssen, um Gott zu begegnen, hört man nicht besonders viel. Auch davon, wie wir Gott suchen sollen, welche Wege und Hilfen uns unsere Kirche dazu konkret gibt, ist nicht oft die Rede. Und wo wir ihn konkret finden können, darüber schweigt meist des Sängers Höflichkeit.

Dabei ist es doch ganz einfach. Wir müssen Gott begegnen wollen. Wir dürfen ihm nicht ausweichen, dort wo er uns entgegen tritt. Er ist es, der nie aufhört, die Begegnung mit uns zu suchen. Er stellt sich uns, könnte man sagen, täglich in den Weg. Wir müssen ihn nur sehen, wir müssen ihn nur wahrnehmen im Sinne von “für wahr nehmen“, in der Verkündigung unserer Kirche, in den Sakramenten, in unseren Mitmenschen und in seiner Schöpfung. Wir müssen ihn wahrnehmen in der Stimme unseres Gewissens. Wir müssen ihn auch wahrnehmen in all unseren Freuden, aber auch in unserem Leid, und nicht zuletzt in seinem Kreuz. „Wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.“ (Joh 12,32) Gott finden heisst, Gott wahrnehmen, heisst schlicht und einfach glauben.



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