Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Die Freiheit des Christen 

1.Kor 8,9-12

  Und ihre Grenzen

26. Juli 2014

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Doch gebt Acht, dass diese eure Freiheit nicht den Schwachen zum Anstoß wird. Wenn nämlich einer dich, der du Erkenntnis hast, im Götzentempel beim Mahl sieht, wird dann nicht sein Gewissen, da er schwach ist, verleitet, auch Götzenopferfleisch zu essen? Der Schwache geht an deiner «Erkenntnis» zugrunde, er, dein Bruder, für den Christus gestorben ist. Wenn ihr euch auf diese Weise gegen eure Brüder versündigt und ihr schwaches Gewissen verletzt, versündigt ihr euch gegen Christus.


Auf den ersten Blick scheint es, als wäre diese Mahnung des Völkerapostels längst überholt. Wo gibt es denn heute noch Götzenopferfleisch zu essen? Doch die Haltung, die hier angeprangert wird, scheint mir heute weiter verbreitet als je. Ich weiss, dass das, was ich tue oder sage richtig ist. Was geht mich mein Bruder an, der daran Anstoss nimmt? Denke ich dann daran, dass ich mich damit gegen Christus versündigen könnte? Es gibt so viele Gelegenheiten in diese Falle Satans zu geraten, gleichgültig ob ich nun konservativ bin, und mich streng an die Vorschriften und Regelungen halte, oder ob ich fortschrittlich nur das befolge, was doch einsichtig und logisch ist. Oder wenn ich mich an die in meinen Augen bessere Bibelübersetzung halte, wenn ich den einen oder anderen Aspekt unseres Glaubens betone und andere dabei vernachlässige, immer, wenn ich es besser weiss ohne Rücksicht auf die Überzeugung des Anderen, dann besteht die Gefahr, dass dieser an meiner Erkenntnis zugrunde geht.

Es ist ein schwieriges Programm, das uns Paulus hier vorgibt. Die Frage ist natürlich immer, wo sind die Grenzen. Auch in dieser Haltung hat der Relativismus keinen Platz. Auch in dieser Haltung kann darf der Wahrheit nichts geopfert werden. Paulus selbst findet oft sehr klare und unmissverständliche Worte. Was er hier meint könnte man vielleicht umschreiben mit: „Alles, was ihr tut, tut in der Liebe.“ Die Liebe findet die richtigen Worte. Die Liebe ist nie aufdringlich. Die Liebe überzeugt, indem sie in allen Taten und Worten durchscheint. Die Liebe weiss, wo sie warten, schweigen und verzichten kann und muss, um keine Anstoss zu erregen, und wo nicht. Die Liebe vertraut auf Gott, auf Christus, der für mich genauso gestorben ist, wie für meinen Bruder.


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