Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Erfahrung des Heils! 

Lk 1,77

Vergebung der Sünden
.

7. Februar 2015
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Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken /
in der Vergebung der Sünden.


„Sieg, Heil“ versprach vor nicht allzu langer Zeit einmal der „Führer“. Das Resultat war Schutt und Asche und sehr viel Leid. Heil für diese Welt versprechen die verschiedensten Gruppierungen und Ideologien. Das Resultat ist oft nur Hass und Krieg. Für Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung setzen sich Menschen aller Rassen und Nationen, Religionen und Weltanschauungen ein. Punktuelle Erfolge ist alles, was wir realistischerweise erwarten können. Der Mensch mit all seinen Bemühungen und all seinem guten Willen ist nicht in der Lage, wirkliches, nachhaltiges Heil zu schaffen. Warum? Weil wir in einer Welt leben, in der es neben dem Heil auch das Unheil gibt, die Sünde. Das mangelnde Bewusstsein für die Sünden hindert uns, das Heil dort zu finden, wo es zu finden ist, bei jenem, von dem der Verkündigungsengel sagte: „Er wird sein Volk aus einen Sünden erlösen.“ (Mt 1,21) Christus ist nicht einer jener Gurus, die uns das Heil schon hier und jetzt versprechen, wenn wir nur …. . Christus ist Gott, der allein Sünden vergeben kann. (Mk 2,7) Er allein kann uns deshalb mit der Erfahrung des Heils beschenken, in der Vergebung der Sünden.

Dann erst, aus dieser Vergebung der Sünden heraus, können auch wir Heil in diese Welt bringen, durch die Verkündigung dieser Erlösung zuerst, dann aber auch konkret, indem wir unser Erlöstsein glaubwürdig leben, indem wir fröhlich und zufrieden durch diese Welt gehen, indem wir offene Augen Ohren und Hände haben für alle Not unserer Mitmenschen, auch für ihre seelische, ihren Hunger nach Erlösung aus ihrer Sünde. Und dass Gott verzeiht, das beweisen wir am besten, indem auch wir verzeihen, siebenmal siebenundsiebzigmal wenn nötig, und selbst dort, wo der andere sich seiner Schuld gar nicht bewusst ist, oder einfach verdrängt.

So aber werden all unsere guten Taten, unsere Mühen und unsere Spenden zu mehr als einfach nur Beruhigungspillen für unser schlechtes Gewissen. Wenn uns unsere Sünden vergeben sind, und auch wir unseren Schuldigern vergeben, brauchen wir gar kein schlechtes Gewissen mehr zu haben. Dann können wir gelassen unseren Weg gehen und all das tun, was wir zum Heil, zum ganzen Heil der Welt beitragen können, im Bewusstsein unserer eigenen Grenzen und der Grenzen all unserer Mitmenschen. Dann haben wir ein Ziel vor Augen, für das es sich zu leben und sich zu bemühen lohnt, das ewige Heil, wo die Sünde keine Macht mehr haben wird.

Damit aber dieses Ziel trotz all unserer Schwächen erreichbar bleibt, hat uns Christus „die Erfahrung des Heils in der Vergebung der Sünden“ das Sakrament der Busse geschenkt. Gerade die Fastenzeit ist jene Zeit, in der wir es neu wagen dürfen und sollten, uns dieser Erfahrung des Heils auszusetzen. Denn – wie gesagt - Heil in diese Welt tragen können wir nur, wenn wir es uns zuerst schenken lassen.



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