Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Unsere Hoffnung 

1.Kor 15,19

  Was erwarten wir von Gott?
 

09. Juni 2015
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Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen.

Hier spricht Paulus nicht einfach alle Menschen an. Hier spricht er zu jenen, die den Glauben angenommen haben, die ihre Hoffnung auf Chbristus gesetzt haben, zumindest verbal. Alle anderen setzen ihre Hoffnung auf irgendwelche Götter oder Gottheiten, auf irgend eine höhere Macht oder auch nur auf andere Menschen, den Staat oder eine andere Gesellschaft, und wieder andere setzen ihre Hoffnung auf sich selber. Von oder zu all diesen spricht Paulus hier nicht. An uns Christen wendet er sich mit der Frage: „Habt ihr eure Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt? Dann seid ihr erbärmlicher daran als alle anderen.“

Heisst das nicht, dass es in der christlichen Hoffnung nicht einfach um eine bessere Welt, oder gar nur um ein besseres Leben für mich selber gehen darf? Heisst das nicht, dass alle Hoffnungen in dieser Welt vielleicht erfüllt werden, vielleicht auch nicht, dass das sich Klammern an solche Hoffnungen eine Illusion oder gar Selbstbetrug ist? Heisst das nicht, dass wir mit einer solchen Hoffnung immer wieder als betrogene Betrüger dastehen? Zwar sind alle Menschen diesem Schicksal unterworfen. Allle anderen aber führt dies - sofern sie es sich ehrlich überlegen – nur dazu, an ihren eigenen Hoffnungen zu zweifeln oder manchmal auch zu verzweifeln.

Wir Christen aber wissen, oder sollten uns bewusst sein, dass wir in Christus eine untrügliche Hoffnung haben, nicht für diese Welt, sondern für dann, wenn unsere Zelte hier abgebrochen werden. Diese Hoffnung bleibt, selbst wenn sich all unsere anderen Hoffnungen in Rauch auflössen. Nur diese Hoffnung erlaubt uns, unseren irdischen Weg zu gehen, durch Licht und Dunkel, Freud und Leid, Erfolg und Versagen, durch Hoffnung und Enttäuschung. Wir wissen, dass dieses Leben nur der Weg zur Erfüllung unserer wahren Hoffnung ist. Dann aber können wir auch für diesen Weg unsere Hoffnung auf Christus setzen. Er, der wahrer Gott ist, weiss was wir brauchen, und wird es uns auch hier und jetzt immer geben, selbst dort, wo wir sein Handeln an uns nicht verstehen. So wird unsere christliche Hoffnung zum Vertrauen, zum kindlichen Vertrauen auf Gott, das uns durch jede Enttäuschung hindurch trägt. Wo wir aber diese Hoffnung nicht im festen Glauben immer neu stärken, riskieren wir, dass uns solche Enttäuschung schlussendlich von Christus, von Gott trennen. Uns das ist für uns schlimmer, als wenn wir ihn nie erkannt hätten.



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