Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer.

  Mt 9,13
 
Wozu ist Christus gekommen?

31. August 2016
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Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.

„Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer.“ Wie gerne wird doch dieser Satz verwendet, wenn es darum geht die Frömmigkeit, insbesondere die Volksfrömmigkeit, gegen die Werke auszuspielen. Und wie oft wird dabei die Begründung im zweite Satz dieses Bibelverses vergessen: „Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“ Der Anlass dieser Aussage aber war die Verachtung, welche die Pharisäer den Sündern (Zöllner) entgegen brachten. Müssen wir nicht daraus schliessen, dass es Christus, bei all seiner Liebe und Nähe zu den Menschen, bei all seinen Heilungen und anderen Wundern, nicht einfach nur um jene Barmherzigkeit geht, welche dem Nächsten ein besseres Leben und uns allen eine bessere Welt hier und jetzt ermöglichen will, sondern immer zuerst darum, uns Sünder zu rufen, um – wie es der Verkündigungsengel – sagte – „sein Volks aus seinen Sünden zu erlösen“.

Vergessen wir nie: Alles Unheil dieser Welt kommt aus der Sünde, aus der Auflehnung gegen Gott und seinen heiligen Willen, aus dem „Sein wollen wie Gott.“ Alles Heil dagegen fliesst aus dem „Gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz“ unseres Herrn und Erlösers. Deshalb sagt Christus, er sei gekommen, die Sünder (zur Umkehr) zu rufen. Deshalb warnt er uns davor auf Grund der Werke „Gerechte“ sein zu wollen, welche „der Umkehr nicht bedürfen“. Deshalb muss auch all unserer Barmherzigkeit aus dem Bewusstsein heraus fliessen, dass auch wir immer wieder und zuerst der Barmherzigkeit Gottes, der Erlösung aus unseren Sünde, bedürfen, damit wir die richtigen Mittel und Wege finden, unseren Nächsten durch unsere materielle, aber nicht zuletzt unsere geistige Barmherzigkeit zu helfen, den Ruf des Herrn zu hören, umzukehren, und so zu jener ewigen Wohnung zu gelangen, von der er vor seiner Himmelfahrt sagte, er gehe zum Vater um uns diese zu bereiten.

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