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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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 Die Kirche von morgen

eine neue Kirche
 
31. Mai 2020
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«Die Kirche morgen ist eine andere als heute» erklärte der «oberste Katholik im Land», Bischof Dr. Felix Gmür, Präsident der Schweizerischen Bischofskonferenz, in seinem grossen Interview zu Pfingsten in der «Schweiz am Wochenende» der az-Medien, unter dem Titel «Der stille Reformer». Wenn ich solche Sprüche höre, dann kommt mir unwillkürlich das Liedchen meiner Jugendzeit in den Sinn: «Min Schatz isch en schöne / er schönet no viel / er schönet u schönet / bis en niemert will!»

Seit Jahrzehnten doktern unsere TheologInnen und andere «engagierte Christen» an einer neuen Kirche herum. Hier wird etwas verbessert, dort etwas verschönert, hier wird etwas über Bord geworfen, dort etwas Neues eingeführt. Und das Resultat ist, dass die Gläubigen in Scharen davonlaufen.

«Eine neue Kirche braucht eine neue Moral» dürfte eine der wichtigsten Triebfedern dieser Entwicklung sein. Dass eine neue Moral eine neue Lehre braucht, ist vielen noch bewusst. Dass eine neue Lehre einen neuen Gott braucht, das wagt man (noch) nicht offen auszusprechen, ist aber die logische Konsequenz. Ich würde vorschlagen, dass es der Gott des MTD ist, um den man sich nicht besonders zu bemühen braucht, der jeden tun und lassen lässt, wie er selbst es für gut und richtig hält.

Im Übrigen ist die Kirche, so wie sie sich heute in der Öffentlichkeit präsentiert, schon längst nicht mehr die Kirche von gestern. Auch wenn sich der Wechsel schon in meiner Jugend abzuzeichnen begann; damals war sie noch in erster Linie eine betende Kirche. Heute ist sie ein fordernde. Und das wird sich in der Kirche von morgen nur noch verschärfen, besonders wenn wir Bischöfe haben, welche «kurz vor dem Gottesdienst auftauchen, noch schnell eine Zigarette rauchen und dann knapp rein kommen» um «Gott dieses heilige und lebendige Opfer darzubringen» wie es in einem Hochgebet ihrer Kirche heisst.



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