Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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K.u.K.  

eine Glosse

26. Januar 2015

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Das war einmal – nicht nur in Österreich – ein Begriff. Ob man ihn heute mit einer neuen Bedeutung wiederbeleben will, das fragte ich mich, als mir auffiel, wie oft heute von Konzerten und anderen Kulturanlässen in unseren Kirchen berichtet wird. „Kultur in der Kirche“, „Kirche und Kultur“ scheint heute sehr beliebt zu sein, auch wenn es noch niemandem in den Sinn gekommen ist, solche Veranstaltungen unter ein solches Motto zu stellen. Doch daraus könnte sich schlussendlich eine Kulturkirche entwickeln, und damit liessen sich auch die vielen Eigenmächtigkeiten in der Gestaltung der Gottesdienste rechtfertigen. Wir wissen doch alle, der Mensch von heute ist offen für Kultur, aber kaum mehr für Gott. Holen wir sie also mit Kultur in die Kirche, Gott lockt ja nicht einmal mehr die Mehrheit der getauften Christen hinter dem Ofen hervor. Aus Kirchgebäuden Kulturtempel zu machen könnte sich vielleicht sogar lohnen. Zumindest könne man dann auch die Besucher der reinen Kulturanlässe zu den Kirchgängern zählen, vielleicht sogar zu den regelmässigen. Und die staatlichen „Subventionen“, genannt Kirchensteuer, könnten so auch noch besser gerechtfertigt werden. Wenn sich dann unsere KK (katholische Kirche) einer solchen weltanschaulich offenen KK (Kulturkirche) anschliessen würde, wäre auch das Problem der Einheit der Christen gelöst. Die heutige Exegese fände sicher einen Weg, diese Art der Einheit mit den Äusserungen des jüdischen Wanderpredigers Jesus von Nazareth vereinbar zu erklären. Schwierig würde das erst bei Mt 21,13 und den Parallelstellen: „Mein Haus ist ein Haus des Gebetes. Ihr aber habt daraus eine - wie soll man das nur nennen? -  gemacht


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