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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Mehr von Jesus

Die Nachfolge Christi
05. Januar 2018


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Es war am Freitag. Nachdem ich – früh erwacht – den immer für diesen Tag vorgesehenen schmerzhaften Rosenkranz gebetet hatte, blieb mein Blick an diesem Titel einer Kolumne hängen. Mehr von Jesus, ja, das braucht diese Welt, das braucht jeder von uns. Mehr von Jesus, das ist auch immer wieder mein Wunsch. Doch heute stellte sich mir plötzlich die Frage, was ich mir denn eigentlich mehr von Jesus wünsche.

Jesus, der Messias, der Christus, unser Herr und Erlöser, wahrer Gott und wahrer Mensch, uns ganz nahe und doch so unendlich grösser und herrlicher als wir. Jesus, der mit uns ist hier und jetzt, und uns zugleich vorausgegangen ist eine Wohnung zu bereiten bei seinem und unserem Vater. Jesus, der Auferstandene, der uns die Auferstehung und das Leben versprochen hat. Jesus, der für uns Menschen vom Himmel herabgestiegen ist, um sein Volk aus seinen Sünden zu erlösen (vgl. Ps 130,8 / Mt 1,21), um uns mit seinem Vater zu versöhnen.

Aber, wünsche ich mir nicht oft auch einen Jesus, der gekommen ist, eine bessere Welt hier und jetzt zu schaffen, Leid und Schmerz aus meinem Leben zu entfernen, und natürlich auch aus dem Leben der ganzen Welt? Wünsche ich mir nicht allzu oft ein Hochgefühl, so etwas wie eine Trunkenheit von Jesus, ein eingehüllt Sein von ihm wie in einen Mantel, der die ganze Kälte dieser oft so lieblosen Welt von mir fern hält? Vergesse ich nicht allzu oft, dass Nachfolge Christi nicht zuletzt auch heisst: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“? (Mt 19,21)

Bin ich bereit, auch in dieser Beziehung mehr von Jesus – nein, nicht einmal zu wollen, sondern einfach nur zu akzeptieren. Bin ich bereit mit ihm zu beten: „Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe“? Bin ich bereit, nicht nur die Taborstunden meines Lebens freudig und dankbar entgegenzunehmen, sondern auch die Nacht des Ölbergs mit ihm zu teilen? Bin ich bereit, mit ihm hinauf zu gehen, bis ans Kreuz? Will ich auch dann noch mehr von Jesus?

Viele Heilige wollten und konnten das. Ich kann es immer noch nicht. Jesus Christus, mein Herr und mein Gott, wenn Du solches von mir erwartest, dann halte mich fest an der Hand, damit ich nicht versuche weg zu rennen, sondern bei Dir bleibe, damit ich mit Dir gehe wohin Du auch gehst, damit ich immer mehr erkenne, dass Du mir auch damit einfach nur noch mehr geben willst von Dir.




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