Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Geh mir aus den Augen

Mk 8,33

  Du hast nicht das im Sinn, was Gott will

21. April 2019

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Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus mit den Worten zurecht: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. (Mk 8,33)

Manche Worte unseres Herrn passen so gar nicht zu seiner Barmherzigkeit. „Geh mir aus den Augen, Satan!“ Dabei hatte es Petrus doch so gut gemeint. Er wollte nur Christus Leiden und Tod ersparen. Und nun diese schallende Ohrfeige.

Und wir? Meinen wir es nicht auch oft wirklich gut? Wir wollen doch nur den Frieden auf der Welt und die Gerechtigkeit. Wir wollen doch nur, dass es allen Menschen gut gehe, das Leid aus der Welt schaffen. Wir wollen doch nur diese Schöpfung bewahren, und vieles andere mehr. Was kann denn daran so falsch sein? „Du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.“ Sicher, Gott will das alles auch. Aber wir haben das alles nicht im Sinn, weil Gott es will und so wie er es will. Wir wünschen, ja fordern es, weil wir es wollen und so wie wir es uns vorstellen. Wir sind nicht bereit Gottes Willen auch dann zu akzeptieren, wenn seine Wege nicht unsere Wege und seine Gedanken nicht unsere Gedanken sind. Wir sind nicht bereit zu vertrauen, dass er alles besser weiss und richtiger macht als wir.

Es steht zwar nicht in der Schrift. Aber bei Petrus könnte durchaus auch die alttestamentliche Messiaserwartung eine Rolle gespielt haben, jene Hoffnung auf einen Erlöser aus der Herrschaft der Römer, auf die Wiederherstellung des Reiches Israel. Doch genau das war es nicht, was Gott wollte. Schon der Psalmist wusste: „Ja, er wird Israel erlösen / von all seinen Sünden.“ (Ps 130,8) Petrus hätte es eigentlich wissen müssen. Auch wir sollten es eigentlich wissen. Christus ist Mensch geworden um uns aus unseren Sünden zu erlösen. An uns ist es, uns aus der Sünde erlösen zu lassen. (vgl. 2.Kor 5,20) Soweit wir Menschen dies wollen und uns entsprechend bemühen, wächst das Reich Gottes schon hier und jetzt. Wo wir uns aber nicht erlösen lassen, wo wir uns selber erlösen wollen, wo wir glauben, Gott nicht mehr nötig zu haben, da gleiten wir ab ins Chaos, da werden all unsere schönen Ideale zu reinen Wunschträumen.

„Ihr habt nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.“ Wie steht das bei mir?

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