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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Menschlichkeit

Kommentar zu einer «Fastenmeditation»
 
   19.  Februar 2021

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Ein Freund schickte mir zur Fastenzeit eine Meditation aus den «Bardeler Fastenmeditationen» aus der Dom Buchhandlung GmbH, Osnabrück. Sie lautet:

Der Theologe Ulrich Lüke hat eine sehr schöne Definition für die Fastenzeit gefunden. Er nennt die Fastenzeit ein „Trainingslager der Mensch-lichkeit".

Drei Trainingseinheiten gehören dazu:
1.    Es ist menschlich, mich so anzunehmen, wie ich bin.
2.    Es ist menschlich, ein Herz zu haben für meine Mitmenschen.
3.    Es ist menschlich, ganz auf Gott zu vertrauen.

In diesem Sinne kann die Fastenzeit ein Trainingslager sein, in dem die entscheidenden Dinge des Menschen wieder eingeübt werden. Und diese entscheidenden Dinge bringen das Wesen des Menschen auf den Punkt.

Es gehört zum Wesen eines Menschen, dass er nach einem sinnvollen Leben strebt. Wenn ich mein Leben für sinnvoll halte, dann macht es Freude zu leben. Und dieses Ziel hat jeder Mensch: Er möchte ein möglichst glückliches Leben führen.

Menschlichkeit ist der Weg zum Glück. Denn Menschlichkeit schenkt Geborgenheit. Der Mensch möchte in sich selbst ruhen, bei sich selbst geborgen sein. Der Mensch möchte bei seinen Mitmenschen Geborgenheit erfahren. Und der Mensch möchte bei Gott Geborgenheit finden: Tag für Tag und einmal für immer.

Fehlt da nicht etwas? «Wenn wir ohne das Kreuz gehen, wenn wir ohne das Kreuz aufbauen und Christus ohne Kreuz bekennen, sind wir nicht Jünger des Herrn» sagte unser Heiliger Vater in seiner ersten Predigt an die Kardinäle nach seiner Wahl. Fastenzeit sei eine Zeit der Umkehr zu Gott, der Reue und der Busse, sagte man uns damals im Religionsunterricht. Der Mensch sei auf Erden um Gott zu dienen und einst in den Himmel zu kommen, hiess es damals – wenn ich mich richtig erinnere – im Katechismus. «Die Kirche von heute ist nicht mehr die gleiche wie vor vierzig Jahren» erklärte jüngst eine zukünftige Pastoralraumleiterin in einem Interview. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, hier wäre er.


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