Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Die christliche Mittelschicht  

Gedanken zum Christkönigsfest

23. November 2014

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„Christ König - Christ Staatspräsident - identifiziert sich mit meinem schwächsten Mitbürger.“ schrieb heute am Fest Christkönig jemand in seinen Blog. An dem wäre an sich nichts auszusetzen, wenn da nicht die grosse Gefahr bestünde, dass dabei Christus der Herr auf seine Solidarität mit dem Armen und Schwachen, vornehmlich den materiell Armen und Schwachen, reduziert würde. Daraus aber entwickelt sich dann gerne ein Weltbild, wo auf der einen Seite die Reichen und Mächtigen stehen, auf der anderen Seite die Armen und Schwachen, und dazwischen wir als so etwas wie die christliche Mittelschicht. Die Reichen und Mächtigen sind dann die Schuldigen und die Armen und Schwachen die Opfer, und uns bleibt die Rolle des christlichen Robin Hood. Christus der König aber wird zum konstitutionellen Monarchen, zur Repräsentations- und Identifikationsfigur, der mehr oder weniger machtlos diesem Spiel zuschaut.

Das Reich Gottes aber, jenes Reich, das hier und jetzt schon angebrochen ist, hat eine ganz andere Dimension. Einerseits, Christus ist der Herr. Ihm ist alles und jeder unterworfen, im Himmel und auf Erden. Andererseits, eine solche Mehrklassengesellschaft gibt es nicht in diesem Reich. Jeder ist gleich vor Gott, jeder ist Diener an dem Ort, wo der Herr ihn hingestellt hat, und jeder wird gerichtet nach dem, wie gut er die ihm persönlich zugewiesene Aufgabe erfüllt hat. Jeder ist verantwortlich für die Fähigkeiten und Gaben, die der Herr ihm anvertraut hat, die materiellen wie die geistigen, dass er sie dem Willen des Herrn entsprechend, nicht seinen persönlichen Vorlieben, und nach besten Wissen und Gewissen verwalte. Unser Herr hat sicher keine Freude daran, wenn sich seine Diener gegenseitig bekämpfen. Und noch weniger Freude hat er wohl an uns, wenn wir uns zwischen den Fronten gemütlich einrichten und nach beiden Seiten Noten verteilen.

Eine bessere Welt gibt es nur, wo Gott wirklich der Herr, wo Christus der wahrhaft König ist, wo sich jeder, ob arm oder reich, ob mehr Sünder oder mehr Gerechter, sich Tag für Tag bemüht, ein treuer Diener dieses Herrn zu werden.



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