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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Nicht jeder Pädophile ist ein Täter

Neigung und Tat

02. Juli 2016

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Im letzten Abschnitt eines Artikels[1] unserer Zeitung heisst es: „Wer pädophil veranlagt ist, muss nicht zum Kinderschänder werden oder sich mit Kinderpornos strafbar machen. Seit sieben Jahren gibt es am Forensischen Institut Ostschweiz in Frauenfeld eine Anlaufstelle, die professionelle Hilfe verspricht. Niemand entscheide sich bewusst für oder gegen eine sexuelle Neigung, heisst es in einem Beitrag auf der Website der Schweizerischen Kriminalprävention. Menschen mit pädophiler Neigung seien nicht per se auch Pädokriminelle. Ein Teil verfüge sehr wohl über ein Problembewusstsein und sei offen, sich professionell helfen zu lassen, bevor es zu einem allfälligen Übergriff komme.“

Damit ist – nicht direkt aber klar genug – auf den Punkt gebracht: Es geht nicht an irgendjemanden auf Grund seiner Neigung(en) zu verurteilen. Jeder Mensch hat Neigungen, gute, weniger gute und schlechte. Entscheidend ist immer der Umgang damit. Es ist die lebenslange Aufgabe jedes Einzelnen, seine Neigungen in den Griff zu bekommen und vernünftig, nicht nur zum eigenen Wohl und Vergnügen, sondern nicht zuletzt im Interesse der ganzen Gesellschaft einzusetzen. Es ist die Aufgabe der Erziehung - auch der Selbsterziehung - die Grundlagen und Techniken dazu zu erarbeiten und immer besser zu entwickeln, nicht zuletzt durch eine verantwortungsbewusste Gewissensbildung. Dass dabei die Religion, der Glaube, eine grosse Hilfe sein kann, ist in der Psychologie praktisch unbestritten. Und es ist die Aufgabe des Staates, die nötigen Grenzen zu setzen und durchzusetzen. Nur so kann sich unsere Welt zu einer besseren, friedlicheren und gerechteren Welt entwickeln. Egozentrismus und Forderungsmentalität aber sind Gift für jede Gemeinschaft.

[1] „Gefährliche Hetze im Netz“ von Daniel Schurter, Grenchner Tagblatt/Solothurner Zeitung vom 30.Juni 2016




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