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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Einen neuen Zugang

zu Gott?
 

24. Mai 2020

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Von «einem anderen und neuen Zugang zu Maria» war kürzlich in einem Papier der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands die Rede. Brauchen wir das? Oder ist es nicht einfach so, dass viele Katholiken den Zugang zu Maria verloren haben, dass es also nicht darum geht, einen neuen Zugang zu finden, sondern darum, den verlorenen wieder neu zu finden? Dieser verlorene Zugang heisst ganz einfach «Mutter Gottes und unsere Mutter!» Und wie finden wir diesen Zugang anders als unsere Vorfahren über Jahrhunderte hinweg, als im Gebet, vornehmlich im Rosenkranz?

Wenn wir dann diesen Gedanken weiter spinnen, dann stellt sich unwillkürlich die Frage, ob wir nicht auch den Zugang zu Gott, zum Vater dem Allmächtigen, zum Sohn, Christus unserem Herrn und Erlöser, und zum Heiligen Geist, weitgehend verloren haben? Und geht es nicht auch hier darum, nicht einen neuen Zugang zu suchen, sondern darum, den Zugang neu zu finden und den Menschen zu helfen ihn zu finden. Nur, solange wir den Menschen, uns selbst, ins Zentrum von allem stellen, werden wir ihn sicher nicht wieder finden. Solange wir uns auf eine Stufe mit Gott stellen, oder wenn gar – selbst wenn das ganz unbewusst geschieht – Gott für uns da zu sein hat und nicht (mehr) wir für Gott, laufen wir von Gott weg statt auf ihn zu. Das Heilmittel dagegen ist auch hier das Gebet, insbesondere die Anbetung, wo wir uns als Geschöpf vor Gott unseren Schöpfer hinstellen, wo wir nach seinem Willen fragen, nicht nach unserem, wo wir ihm erlauben uns ganz zu ergreifen und uns seine Erlösung zu schenken, da öffnen sich viele mögliche Zugänge zu diesem einen Gott in drei Personen, für jede Situation unseres Lebens der passende, da erhalten wir die sichere Hoffnung, dass wir auch den letzten, unwiderruflichen Zugang zu ihm finden werden, und sei es über den Ort der Reinigung, wenn wir uns hier und jetzt zu wenig darum bemüht haben.


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