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Geistesblitze - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Neuevangelisation heute

eine verräterische Sprache

27. August 2020
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Im Pfarrblatt einer Schweizer Gemeinde war vor einiger Zeit der folgende Nachruf aus der Feder einer Theologin zu lesen:

„Mit etwas Verspätung hat uns die traurige Nachricht erreicht, dass Pater XY in seinem 88. Lebensjahr und im 53.Jahr seines Priesteramtes verstorben ist. Während vielen Jahren war Pater XY bei uns als gerngesehene und sehr geschätzte Wochenendaushilfe tätig. Aus gesundheitlichen Gründen war es ihm in den letzten Jahren nicht mehr möglich, zu uns zu kommen.

Wie oft haben seine Hände gesegnet und darum gebeten, Brot und Wein zur Gegenwart Christi zu verwandeln? Wie oft mögen seine Hände segnend über einem Täufling Gottes lebendige Gegenwart in unser Leben hinein zugesprochen haben, wie oft den Brautleuten Gottes Liebe zugesagt? Wie oft hat er dem zu neuen Wegen Bereiten, das Wort von Gottes gnädigem Erbarmen zugesprochen? In seinem Einsatz für das verletzte Volk und die Menschen in … hat er jedenfalls das tatkräftig gelebt, was er auch glaubte.“

Wenn das die Sprache ist, in welcher heute die „frohe Botschaft“ verkündet wird, dann ist es nicht weiter verwunderlich, dass so viele Katholiken heute keine Ahnung mehr haben, was die Eucharistie, die Realpräsenz, die Taufe, die Beichte, ja überhaupt fast alles, was unser katholischer Glaube ausmacht, eigentlich sind. Wenn das jene Neuevangelisation sein soll, welche von allen Päpsten der letzten Zeit – auch von Papst Franziskus - so dringend gefordert wurde und wird, dann ist der Misserfolg, ja eine kontraproduktive Wirkung, vorprogrammiert. Und wenn längst nicht mehr alle Bischöfe diese verräterische Sprache durchschauen und die Notbremse ziehen, dass bleibt uns nur das „blinde“ Vertrauen in Gottes Vorsehung.


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