Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Nur in diesem Leben

  1.Kor 15,19
 
Die christliche Hoffnung

27. August 2017
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Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen.

„Wir haben einen Traum“ hiess das Lied, das vor vielen Jahren ein neugebackener Laientheologe in unsere Pfarrei mitgebracht hatte. Es handelte von „Friede, Freude, Honigkuchen“, von einer idealen menschlichen Gemeinschaft, von dem, was auch die „Ode an die Freude“ besingt: „Alle Menschen werden Brüder, wo … „ So neu ist dieser Traum nämlich auch wieder nicht. Und spätestens seit Kain und Abel sollte eigentlich jedermann klar sein, dass auch in diesem Fall gilt: „Träume sind Schäume.“ So verschwand der Song dann schnell wieder aus dem Repertoire.

Heute spricht man weniger von einem Traum. Einsatz ist gefordert. Wie viele Theorien und Rezepte wurden nicht schon entwickelt, wie viel Zeit und Mühen aufgewendet, aber auch wie viel Leid wurde nicht schon in diese Welt gebracht, wie viel Blut vergossen für die unterschiedlichsten Ideale dessen, was eine heile Welt sein sollte. Und vielfach bleibt es auch bei Forderungen, Forderungen an die Anderen, die Mächtigen, die Reichen, den Staat, die Industrie und wer auch immer, manchmal sogar an uns selber. In letzteren Fall merken wir dann schnell einmal, dass das allermeiste davon nur sehr schwer, wenn überhaupt realisierbar ist, und dass man dabei eigentlich immer auch nach Risiken und Nebenwirkungen fragen sollte. Dann spüren wir, dass das alles meist nur Sisyphusarbeit ist, dass fast immer der letzte Kick fehlt, um die Welt – oder auch nur sich selber – nachhaltig zu verbessern.

Dabei sollte uns Christen doch bei alldem eine grosse Hoffnung, ein grosses Vertrauen erfüllen. Wir wissen, dass unsere Leben in dieser Welt nur ein Weg ist zu jenem ewigen Reich, zu dem uns Gott in seiner Liebe einlädt, ein Reich, das in seiner Vollkommenheit selbst unsere kühnsten Träume übersteigt. Deshalb kann für uns der Weg hier nicht das Ziel sein. Die Gefahr ist zu gross, dass wir dann das letzte Ziel verpassen.

Selbstverständlich müssen wir hier und jetzt unseren Weg gehen und ihn so gut als möglich gehen, gut für uns, für unsere Mitmenschen und die ganze Welt. Aber das wichtigste ist wohl, dass wir den richtigen Weg gehen, den schmalen Weg, auf welchen wir die enge Pforte nicht aus den Augen verlieren, hinter der uns das erwartet, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was Gott denen bereitet, die ihn lieben. Hoffen auf eine bessere Welt hier und jetzt, voller Einsatz dafür, sind gut und recht, solange wir alles an der Hand Gottes, aus der Beziehung zu ihm heraus, nach seinem Willen und im Vertrauen auf ihn tun. Wenn wir aber glauben, alles allein tun zu können und zu müssen, werden wir von einer Enttäuschung in die andere gleiten, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen.

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