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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Wenn wir nicht

Mit dem Kreuz Christi
24. August 2018
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"Wenn wir ohne das Kreuz gehen, wenn wir ohne das Kreuz aufbauen und Christus ohne Kreuz bekennen, sind wir nicht Jünger des Herrn: Wir sind weltlich, wir sind Bischöfe, Priester, Kardinäle, Päpste, aber nicht Jünger des Herrn." 1)

Manchmal scheint es, als hätte unser Heiliger Vater selber vergessen, was der in seiner – meines Empfindens programmatischen – Predigt an die Kardinäle direkt nach seiner Wahl gesagt hat. "Wir können gehen, wie weit wir wollen, wir können vieles aufbauen, aber wenn wir nicht Jesus Christus (als den Gekreuzigten) bekennen, geht die Sache nicht. Wir werden eine wohltätige NGO, aber nicht die Kirche, die Braut Christi."

Eigentlich sehr klare Worte. Aber wo stehen wir heute. "Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens." (Joh 6,68) antwortete Petrus aus die Frage: "Wollt auch ihr gehen?" Nach Tod und Auferstehung unseres Herrn wissen wir, dass dieses ewige Leben für uns Menschen erst wieder erschlossen wurde durch die Erlösung, welche uns Christus am Kreuz erworben hat. Wer aber hat heute noch für uns Worte dieser Erlösung, Worte der Versöhnung mit Gott? Wer kommt heute noch zu uns mit dem Kreuz Christi? Wer mahnt uns heute noch wie damals Paulus: "Wir sind also Gesandte an Christi statt, und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen!" (2.Kor 5,20)

"Ich möchte, dass nach diesen Tagen der Gnade wir alle den Mut haben, wirklich den Mut, in der Gegenwart des Herrn zu gehen mit dem Kreuz des Herrn; die Kirche aufzubauen auf dem Blut des Herrn, das er am Kreuz vergossen hat; und den einzigen Ruhm zu bekennen: Christus den Gekreuzigten. Und so wird die Kirche voranschreiten. Ich wünsche uns allen, dass der Heilige Geist auf die Fürbitte der Mutter Gottes, unserer Mutter, uns diese Gnade schenke: gehen, aufbauen, Jesus Christus den Gekreuzigten bekennen. Amen." So schloss unser Heiliger Vater damals seine Predigt.

Das sind Worte, welcher wir in den Wirren unserer heutigen Zeit, im Zeitalter der Missbräuche und homosexueller Netzwerke, neu bedenken müssen. Ohne die Erlösung, ohne das Kreuz, geht die Sache nicht. Wir können erst dann effektiv an einer besseren Welt arbeiten, wenn wir uns diese Erlösung schenken lassen. Niemand kann bringen, was er nicht hat. Niemand kann Frieden in diese Welt bringen, wenn er nicht im Frieden mit Gott lebt. Niemand kann Heil in diese Welt bringen, der nicht als Erlöster seinen Auftrag in dieser Welt erfüllt und so den Weg zum ewigen Heil geht.


1) Predigt von Papst Franziskus - Sixtinische Kapelle - Donnerstag, 14. März 2013



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