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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Die christliche Fastenzeit

Was ist das eigentlich?
 
   22.  Februar 2021

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In unserer Kirche lag, wie wohl überall in der deutschsprachigen Schweiz, der gemeinsame «Fastenkalender 2021» des katholischen «Fastenopfer», des evangelischen «Brot für alle», sowie einer mir unbekannten Aktion «Partner sein» auf. Ich habe mich kurz hinein gelesen. Dabei dränge sich mir sofort die Frage auf, was denn die christliche Fastenzeit im allgemeinen und die katholische im besonderen, heute, in unserer «nicht mehr der gleichen Kirche wie vor vierzig Jahren» (wie unsere Gemeindeleiterin kürzlich schrieb) eigentlich noch sei. Der Mut und die Kraft zu einer detaillierteren Analyse verging mir schnell.

Unter dem Titel «Drehbuch für eine bessere Zukunft» liegt er rote Faden dieses ganzen, 40 seitigen Prospekts beim Umweltschutz. Soziale Gerechtigkeit kommt ebenfalls vor, soweit ein Zusammenhang mit der Klimaproblematik besteht. Aber das war’s dann. Wenn es einfach ein Prospekt irgend eines weltlichen Hilfswerks oder einer Umweltbewegung wäre, dann müsste man sagen «professionell und psychologisch bzw. pädagogisch gut gemacht.» Wenn es aber eine Anleitung für die Gläubigen sein soll für ein Mitleben dieser Zeit aus dem Glauben, – was der Titel «Fastenkalender» und die dahinter stehenden Landeskirchen eigentlich erwarten liessen - dann frage ich mich, was das soll. Wenn nämlich ein Ungläubiger so etwas in die Hände bekommt, so muss er zu Schluss kommen, die Fastenzeit sei eine Zeit, in welcher wir Christen uns ganz speziell um den Umweltschutz kümmern würden, und zwar in einem Mass, dass Christus dabei mehr oder weniger ganz vergessen geht, dass das Kreuz Christi nicht einmal am Karfreitag eine entscheidende Rolle spielt, und es nicht so wichtig ist, ob wir dabei an auch noch Gott denken oder nicht. (Das Wort Gott z.B. muss man mit der Lupe suchen.)

«Allmächtiger Gott, du schenkst uns die heiligen vierzig Tage als eine Zeit der Umkehr und der Busse. Gib uns durch ihre Feier die Gnade, dass wir in der Erkenntnis Jesu Christi voranschreiten und die Kraft seiner Erlösungstat durch ein Leben aus dem Glauben sichtbar machen. Darum bitten wir durch ihn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.»

So betet die Kirche an diesem 1. Fastensonntag in der Laudes. «Zu wem sollen wir (nun) gehen?» (vgl. Joh 6,68) «Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen.» «Du hast Worte des ewigen Lebens.» (Jos 24,15 und nochmals. Joh 6,68)




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