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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Das Problem unserer Kirche

Eine grundsätzliche Überlegung

10. August 2015

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Unsere Kirche hat Probleme an allen Ecken und Enden. Natürlich kann man sagen, das sei schon immer so gewesen und werde immer so sein. Das darf uns aber nicht daran hindern uns zu fragen, wo genau denn heute die eigentlichen Ursachen liegen, und wo wir demzufolge ansetzen müssen, wenn wir in all unserem Bemühen Erfolg haben wollen.

Das grosse Problem unserer Kirche, ja des ganzen Christentums besonders in unserem Sprachraum ist – so wie ich das sehe - jener Pradigmawechsel, den wir heute beobachten müssen, jener Wechsel von einer gottzentrierten Kirche, deren erste Sorge das ewige Heil der unsterblichen Seelen war, hin zu einer menschzentrierten, deren primäre Sorge das irdische Wohl des Menschen zu sein scheint. Aus diesem Paradigmawechsel heraus ist dann auch jenes falsche Barmherzigkeitsverständnis gewachsen, das praktisch alle Folgen einer solchen Haltung - nicht zuletzt die Folgen für das Seelenheil - ausklammert, für das Seelenheil dessen, der Barmherzigkeit fordert, wie auch für das Seelenheil anderer, welche davon direkt oder indirekt betroffen sind und natürlich auch das Seelenheil derer, die sich damit eine schwere Verantwortung aufladen. Aber auch jene falsche Befreiungstheologie, welche die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen und die Erlösertat Christi ausklammert, und dafür auf den Kampf um das eigene Recht setzt, beruht auf dieser Umkehr der Werte. Wenn aber Christus zur Umkehr aufruft, so doch schon  immer und auch heute zu allererst zur Umkehr, zur Rückkehr zu Gott, zu einem „Leben in dieser Welt, aber nicht von dieser Welt“, zu einer ganz konkreten und persönlichen Gottesbeziehung, und zur Einsicht: „Was nützt es dem Menschen … „

„Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dahin ist schmal und nur wenige finden ihn.“ (Mt 7,13-14) Und den richtigen Weg zu finden ist fast unmöglich, wenn man den Blick von Gott abwendet und das Heil bei den Menschen sucht und zu finden glaubt.



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