Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Gnade, Recht und Gerechtigkeit 


Jer 9,23


  Die Quadratur des Kreises?

28. Oktober 2015
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Spruch der
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Nein, wer sich rühmen will, rühme sich dessen, dass er Einsicht hat und mich erkennt, dass er weiß: Ich, der Herr, bin es, der auf der Erde Gnade, Recht und Gerechtigkeit schafft. Denn an solchen Menschen habe ich Gefallen - Spruch des Herrn.

„Wer regelmässig die Schrift liest, kommt nie an ein Ende.“ schrieb jüngst ein Aphoristiker. Das kann vielerlei bedeuten. Gemeint war wahrscheinlich, dass es immer wieder Neues zu entdecken oder Altes neu zu verstehen gibt. Heute war wieder einmal Jeremia an der Reihe und darin dieser Vers. Wie oft habe ich ihn wohl schon gelesen. Erst heute fällt mir auf, dass hier drei Begriffe aneinander gereiht werden, die in unserem alltäglichen Sprachgebrauch so nicht zusammengehören. Gnade ist doch das eine, Recht und Gerechtigkeit das andere. Wie oft wird nicht heute die Gerechtigkeit Gottes vergessen, wenn von seiner Barmherzigkeit gesprochen wird, während früher eher die Barmherzigkeit vernachlässig wurde, wenn von Gottes Gerechtigkeit die Rede war. Diese Schriftstelle will uns eine umfassendere Sicht vermitteln. Bei Gott gehört immer beides zusammen. Er ist barmherzig, selbst wenn er absolut gerecht handelt und er bleibt gerecht, selbst wenn er uns seine ganze Barmherzigkeit schenkt. Das ist ein Geheimnis seiner Allmacht. Das können wir nur über den Gottesbezug, in der Gottesbeziehung zu erfassen beginnen. Dann aber gilt: „Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt.“ (Mt 13,52)

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