Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Licht der Welt und Salz der Erde

  Mt 5,13-14, 16  und 1. Kor 2,1-2, 5

 
und die Botschaft vom Kreuz

05. Februar 2017
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In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen?. … Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. … So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Als ich zu euch kam, Brüder, kam ich nicht, um glänzende Reden oder gelehrte Weisheit vorzutragen, sondern um euch das Zeugnis Gottes zu verkündigen. Denn ich hatte mich entschlossen, bei euch nichts zu wissen außer Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten. … damit sich euer Glaube nicht auf Menschenweisheit stützte, sondern auf die Kraft Gottes.

An diesem 5. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr A) fiel mir auf, dass ein Prediger, welcher sonst gerne die drei Lesungen in einen Zusammenhang stellt, sich ausschliesslich mit dem Evangelium beschäftigte. Sicher, die erste Lesung liegt voll auf der Linie des Evangeliums, so wie es normalerweise kommentiert wird. Doch mir scheint, es wäre sehr nützlich gewesen, auch auf den Text aus dem 1. Korintherbrief einzugehen. Bei dieser Lesung kam mir sofort das Wort unseres Heiligen Vaters, kurz nach seiner Wahl, an die Kardinäle in den Sinn: "Wenn wir ohne das Kreuz gehen und bauen, sind wir zwar Bischöfe, Priester, Kardinäle oder Päpste, doch keine Jünger des Herrn" (http://www.kath.net/news/40541) Laufen wir heute nicht je länger je mehr Gefahr, ohne das Kreuz zu den Menschen zu gehen, an einer besseren Welt zu bauen ohne diese auf das Fundament des Kreuzes zu stellen, „Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ (vgl. 1.Kor 1,24) beiseite zu schieben und uns auf unsere eigene Kraft und Weisheit zu verlassen?

Wir sind das Salz der Erde. Wir haben auch den Auftrag, diese Welt „schmackhafter“ zu machen, besser, wohnlicher, friedlicher und gerechter für alle Menschen. Wir müssen aber auch das Licht der Welt sein. Mit unseren guten Werken sollen wir jenes Licht in diese Welt bringen, das uns in der Krippe erschienen ist, das uns die Botschaft vom Vater gebracht und uns durch seine Auferstehung der Finsternis des Todes entrissen hat, Christus, den Gekreuzigten. Nur so stützt sich unser Glaube, unser Reden und Tun, nicht auf Menschenweisheit, sondern auf die Kraft Gottes. Nur so jagen wir nicht irgendwelchen gewandten und klugen Worten und idealisierenden Träumen nach. Nur so bereiten wir diese Welt vor für das endgültige Kommen jenes Reiches Gottes, das uns der Herr versprochen hat und zu dem wir unterwegs sind.


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