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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Die Sehnsucht nach Nähe und Heil

Der Sinn der Weihnacht
29. Dezember  2017

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Als Antwort Gottes auf die Sehnsucht des Menschen nach Nähe und Heil bezeichnete ein Prediger die Geburt unseres Herrn. Dieser Grundtenor dürfte in vielen Weihnachtspredigten und Kommentaren zu beobachten gewesen sein. Sicher, der Mensch sehnt sich nach Nähe und Heil. Und Weihnachten kann für viele diese Sehnsucht für ein paar Stunden oder Tage stillen. Doch, ist das wirklich der Grund, weshalb Christus „für uns Menschen und zu unserem Heil vom Himmel herabgestiegen ist“ wie wir im Credo bekennen?

Es ist doch so, dass nicht wenige Menschen gerade in diesen Tagen das Fehlen von Nähe und Heil in ihrem Leben und in unserer ganzen Welt besonders stark verspüren. Solches war vermutlich schon in jener Zeit der Fall, in welcher die Weihnachtsgeschichte spielt. Die Welt hat sich inzwischen verändert. Aber verbessert? Diesbezüglich wohl kaum.

Erwarten wir, erwartet die Welt von heute vielleicht mehr denn je ein ganz anderes Heil als jenes, welches Weihnachten uns verspricht? „Ihm sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.“ (Mt 1,21) begründet der Engel das grosse Geheimnis dieses Tages. Vergessen wir nicht allzu oft, dass Weihnachten, aus der Sicht der Schrift, das wahre Heil eigentlich noch gar nicht gebracht hat. Bei näherem Hinsehen erweist sich diese Geburt doch nur als der erste Schritt auf einem neuen Anfang des Heilsweges Gottes mit uns. Dieser Weg aber führt zuerst einmal hinauf aufs Kreuz, dann erst zur Auferstehung Christi. Und erst diese Auferstehung ermöglicht die „Auferstehung der Toten und das ewigen Leben“ um nochmals das Credo zu zitieren.

Wenn wir hier oft „im Land der Finsternis wohnen“ (vgl. Jes 9,1), wenn vielleicht gerade in diesen Tagen uns Traurigkeit und Leid in all seinen Formen niederdrücken, dann dürfen wir im Glauben jenes Licht sehen, das uns der Prophet verheisst. Dann dürfen wir - wider alle Hoffnungslosigkeit der eigenen Situation und der Welt - auf jenes Heil hoffen, das uns Christus am Kreuz in der Vergebung der Sünden verdient hat. Dann schenkt uns die Krippe jenes Vertrauen, das es uns ermöglicht in allen Situationen unseres Lebens, bis hinein in Sünde und Schuld, unseren Weg mit Gott, in der Beziehung zu ihm, durch diese Welt zu gehen, und uns dabei immer wieder mit Gott versöhnen zu lassen. (vgl 2.Kor 5,20)

Vergessen wir nicht; je mehr Menschen sich mit Gott versöhnen lassen, desto mehr Versöhnung, Friede, Gerechtigkeit, Nähe und Heil gibt es - schon in dieser Welt.


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