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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Wozu ist Christus gestorben?

Zum Kreuz aufzublicken

23. März 2018
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„Zum Kreuz aufzublicken“, dazu hat uns unser Heiliger Vater kürzlich wieder einmal aufgefordert. Dabei stossen wir unweigerlich auch auf die Frage warum. Warum dieser Tod, warum das Kreuz. Gab es keine andere, bessere Lösung? Dann aber merken wir plötzlich, dass diese Frage eigentlich zwei Aspekte hat. Da ist einmal die Frage, weshalb Christus am Kreuz gestorben ist. Und dann folgt sofort die zweite: Wozu.

Weshalb der Herr am Kreuz gestorben ist, darüber wird viel geredet und diskutiert. Der Tenor ist meist, dass seine Botschaft der damals herrschenden Klasse in den falschen Hals geraten ist, dass diese in ihm einen gefährlichen Konkurrenten gesehen hat, den es auszuschalten galt. Wer mit diesen Leuten nicht ganz so streng ins Gericht gehen will, attestiert ihnen dabei die ehrliche Überzeugung, „dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht.“ (Joh 11,50)

Dazu ist zu bemerken: Jesus von Nazareth hätte leicht dem Kreuz ausweichen können. Christus nicht. Wenn wir den Berichten der Schrift Glauben schenken, dann hätte der Herr dem Tod am Kreuz zumindest noch lange ausweichen können. In seinen Stammlanden war er relativ sicher und die Absichten seiner Gegner waren ihm wohl bekannt. Er hätte nur nicht hinaufgehen müssen nach Jerusalem. Als Mensch Jesus von Nazareth hätte er wohl so gehandelt. Denn um zu spekulieren, seine Verhaftung würde einen Volksaufstand auslösen, dazu kannte er die Wankelmütigkeit des Volkes zu gut. Als Christus aber hat er anders gehandelt. Als Christus konnte er nicht anders, als den Auftrag des Vater, den er im Wissen um all seine Folgen angenommen hatte, zu erfüllen. Als Jesus von Nazareth wäre es Torheit gewesen, was er als Christus in der Kraft und der Weisheit Gottes getan hat. 1)

Was aber war dieser Auftrag seines Vaters? Wozu musste er sterben und so sterben? Diese Frage einfach mit der Auferstehung zu verdrängen scheint mir unredlich. Er hätte ja auch eines natürlichen Todes sterben und dann auferstehen könnten. Die andere Variante, er hätte gar nicht sterben sondern, direkt in den Himmel auffahren können. Oder nochmals anders, er hätte einfach den verklärten Leib annehmen und so bei uns hier auf dieser Welt bleiben können. Letztere Variante wäre aus rein menschlicher Sicht wohl die effizienteste Lösung gewesen, wenn er einfach deswegen gekommen wäre, eine bessere Welt hier und jetzt zu schaffen.

Die Frage wozu muss also eine andere Antwort haben. Diese finden wir in der Schrift: „ … ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.“ (Mt 1,21) Das ist der letzte und alles entscheidende Grund dafür, weshalb der Sohn Gottes Mensch geworden ist. Das ist also auch das entscheidende Wozu, wenn wir zum Kreuz aufblicken. Das aber ist auch der grösste Beweis der Liebe Gottes zu uns Menschen, dass er seinen Sohn als „Sühne für unsere Sünden, aber nicht nur für unsere Sünden, sondern auch für die der ganzen Welt“ dahingab. (1.Joh 2,2) Mag sich auch unser Verstand, heute mehr denn je, gegen den Gedanken an einen solches Opfer, an den Sühnetod Christi auflehnen. Wenn es einen anderen, besseren Weg gegeben hätte, uns aus der Sünde zu erlösen, Gott hätte ihn sicher gewählt. So bleibt uns nur der Glaube. In ihm können wir vertrauensvoll beten: „Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und sagen Dir Dank, denn durch Dein Heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöst.“

1)
Aus: Gottes Kraft und Gottes Weisheit, eine kleine Kreuzesmystik, Seite 24


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