Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Eine unchristliche Taufe?  

Christlich ohne Christus?

10. Mai 2014

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In einem anderen Zusammenhang erwähnte ich kürzlich einem Bischof gegenüber eine Taufe, die ich irgendwo in der Schweiz erlebt hatte, wo der Spender des Sakramentes das Glaubensbekenntnis so abgeändert hatte, dass „gekreuzigt, gestorben und begraben, auferstanden“ nicht mehr vorkamen. Er  meinte dazu, eine solche Taufspendung müsse als unchristlich bezeichnet werden. Wir gingen dann nicht weiter darauf ein.

Seither aber lässt mich diese Aussage nicht mehr los. Wenn die meisten christlichen Konfessionen gegenseitig ihre Taufen anerkennen, müsste da nicht sichergestellt sein, dass jede Taufe in einer christlichen Gemeinschaft auch tatsächlich christlich ist? Wäre da eine unchristliche Taufe nicht ein schwerer Schlag gegen die Ökumene? Und, wenn wir glauben, dass die christliche Taufe heilsnotwendig ist, ist dann eine unchristliche Taufe nicht ein Betrug am Täufling und seinen Angehörigen, ja am ganzen Volk Gottes?

Was aber ist das, eine christliche Taufe, welches sind die minimalen Bedingungen, die ein Taufritus erfüllen muss, um als christlich gelten zu können? Darüber zu streiten muss ich als Laie den Theologen überlassen. Ich selber bin überzeugt, wahrscheinlich im Einklang mit diesem Bischof, dass es ohne Christus nichts Christliches geben kann, und dass dieser Jesus von Nazareth ohne Kreuz, Tod und Auferstehung nicht Christus wäre. Manchmal jedoch meine ich in der modernen Theologie und Verkündigung eine Tendenz zu spüren, Kreuz, Tod und Auferstehung zu verdrängen, weil diese Glaubenswahrheiten so gar nicht in jene Illusion einer heilen Welt hier und jetzt passen, wie sie heute oft als „christlich“ verkauft wird. Oder irre ich mich?


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