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Geistesblitze - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Tut dies zu meinem Gedächtnis

Lk 22,19

Eucharistie für alle?

24. Februar 2018
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„Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!“

In jeder Eucharistiefeier hören wir diese Aufforderung: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ Doch wie schnell geht diese in den übrigen Wandlungsworten unter. Und nicht nur dort. Wie oft geht sie nicht auch unter, wenn wir von Wandlung und Kommunion sprechen. Wie wenig sind wir uns bewusst, dass es dabei nicht nur um den Leib des Herrn, nicht nur um seine Gegenwart unter uns geht, sondern auch, ja zuerst einmal, um sein Kreuz für uns.

Der Katechismus unserer Katholischen Kirche lehrt uns: (1323) „Unser Erlöser hat beim Letzten Abendmahl in der Nacht, da er verraten wurde, das eucharistische Opfer seines Leibes und Blutes eingesetzt, damit dadurch das Opfer des Kreuzes durch die Zeiten hindurch bis zu seiner Wiederkunft fortdauere und er so der Kirche, der geliebten Braut, das Gedächtnis seines Todes und seiner Auferstehung anvertraue: als Sakrament des Erbarmens und Zeichen der Einheit, als Band der Liebe und österliches Mahl, in dem Christus genossen, das Herz mit Gnade erfüllt und uns das Unterpfand der künftigen Herrlichkeit gegeben wird."

Wenn wir nun aus diesen Glauben heraus zum „österlichen Mahl“ hinzutreten, sollten wir dann nicht bedenken, dass Gott uns mit den beiden Verbrechern, welche mit Christus gekreuzigt wurden, zwei Typen von Menschen vor Augen führt, wie auch wir uns diesem Geheimnis nähern können. (Lk 23,39-43) „Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns!“ sagt der Eine. Unglaube einerseits und Forderungsmentalität andererseits verbinden sich hier in mangelndem Vertrauen. „Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten… Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ sagt der Andere. Schuldbewusstsein und die Bereitschaft, die Konsequenzen zu tragen einerseits und ein tiefes Vertrauen andererseits führen hier zur Zusage unseres Herrn: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“

Schuldbewusstsein und Vertrauen, die Bereitschaft, die Konsequenzen zu tragen und den Wille zur Umkehr, das erwartet der Herr auch heute noch von jedem Einzelnen von uns. „Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken.“ (1.Kor 11,28) mahnt uns der Völkerapostel. Nur so kann uns dieses Sakrament zum Heilmittel für das ewige Leben werden.



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