Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Die Kirche braucht die Unfehlbarkeit des Papstes  


Unfehlbarkeit und sensus fidelium


19. Juli 2014

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Ich staunte nicht schlecht, als ein bekannter Kirchenkritiker die Unfehlbarkeit des Papstes verteidigte. Doch im Blog des Kapuzinerpaters Walter Ludin, Luzern, konnte man am 19. Juli dieses Jahres lesen: „Und nur um aktionsfähig zu sein, bedarf die Unfehlbarkeit der gesamten Kirche der Unfehlbarkeit des Papstes.“

Sicher, so ganz im Sinn der Lehre unserer Kirche war das wohl nicht gemeint. Und ob es nur der Aktionsfähigkeit wegen dieser Unfehlbarkeit bedarf, müsste wohl auch noch diskutiert werden. Aber jeder vernünftige Mensch wird dem zustimmen, dass es keine dauerhafte Einheit auf Grund von Mehrheitsbeschlüssen geben kann. Solche sind viel zu labil und manipulierbar. Die Geschichte ist voll von entsprechenden Beispielen. Das gilt auch für die Kirche. Auch sie bedarf einer stabilen Autorität, zumindest in Glaubensfragen. Ein Glaube, der seine Fahne in den Wind der gerade herrschenden Mehrheitsmeinung hängt, wird nie glaubwürdig, und deshalb auch nie aktionsfähig sein, oder missionarisch, wie Papst Franziskus zu sagen pflegt.

Unfehlbar ist die gesamte Kirche. Das Konzil hat dies betont, wie Bruder Walter richtigerweise sagt. „Die Unfehlbarkeit des Papstes verdankt sich ausschliesslich der Notwendigkeit in entscheidenden Situationen diese Unfehlbarkeit der Gesamtheit auch zum Ausdruck bringen zu können“. Auch das hat die Kirche, vielleicht mit anderen Worten, schon immer gesagt. In diesem Zusammenhang hat sie den Begriff des „sensus fidelium“, des Glaubenssinns des ganzen Gottesvolkes, definiert, wobei sie bewusst vom ganzen Gottesvolk spricht, nicht von der Mehrheit. Diesem „sensus fidelium“ ist auch der Papst verpflichtet. Der „sensus fidelium“ wiederum ist dem Heiligen Geist verpflichtet. Genauso der Papst. „Prüft alles und behaltet das Gute!“ schreibt Paulus (1.Thess 5,21) Letzte und von Gott bevollmächtigte Instanz dieser Prüfung ist der Papst. Seine Unfehlbarkeit ist eine Notwendigkeit für die Kirche, auf Grund der „Fehleranfälligkeit“ jedes einzelnen Menschen. Sie ist ein Geschenk Gottes. Wir dürfen sie dankbar annehmen und Gott dafür loben, dass er uns eine solche Sicherheit in Glaubensfragen schenkt. (Die genaue Ausbildung dieser Unfehlbarkeit hat das Konzil meines Wissens sehr schön und klar definiert.)


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