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Geistesblitze - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Ich glaube

Mk 9,24
 
Was heisst das

13. März 2021
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Da rief der Vater des Jungen: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!

Man kann die Erzählung von der Heilung des besessenen Jungen als Einzelepisode stehen lassen. Man kann sie aber auch als Abschluss der Verklärungsgeschichte sehen.

Der Herr nahm jene drei Jünger mit auf den Berg, welche später die Säulen des jungen Christentums werden sollten. Warum nur diese und nicht alle, darüber kann man nur spekulieren. Alle hatte ihn schon oft als den mächtigen Wundertäter erlebt. Und doch war ihr Glaube noch nicht stark genug. Dieser wird es sogar für die drei Auserwählten, selbst nach der Verklärungserfahrung, nicht sein. Als Jesus nun vom Berg Tabor zurück kommt, da hatten die übrigen Jünger gerade den Beweis dafür geliefert. Sie hatten nicht die Kraft, diesen unreinen Geist zu vertreiben. «O du ungläubige Generation!» musste der Herr ihnen sagen. Und dann kam dieser verzweifelte Vater: «Doch wenn du kannst, hilf uns; hab Mitleid mit uns!» «Alles kann, wer glaubt.» wies ihn des Herrn zurecht. Da rief der Vater des Jungen: «Ich glaube; hilf meinem Unglauben!»

Wer hat nicht auch schon diese Erfahrung gemacht. Man möchte glauben. Aber irgendwie ist auch der Zweifel da, oder gar der Unglaube. Irgendwie fehlt uns eine entsprechende Erfahrung, welche unserer Hoffnung Sicherheit geben würde. Und man merkt, dass jener Glaube, der Berge versetzt, immer noch reines Wunschdenken ist. «Der, der ich bin grüsst traurig den, der ich möchte sein!» Ich weiss nicht mehr, wer dies einmal gesagt hat. Der Vater in dieser Erzählung macht das genau Richtige. «Ich glaube; hilf meinem Unglauben!» Er hat den festen Willen zu glauben, allen Zweifeln zu Trotz. Und er glaubt auch, dass der Herr auch ihn heilen, ihm die Zweifel austreiben kann.

«Glaube aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht.» (Hebr 11,1) Glaube ist ein Willensakt. Ob wir schon hier und jetzt eine Bestätigung erfahren dürfen oder vielleicht schon vorher einmal erhalten haben, oder erst wenn «wir Gott sehen werden, wie er ist.» (vgl. 1.Joh 3,2), das liegt im Ermessen es Herrn.


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