Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Nicht mit gewandten Worten

1.Kor 1,17
 
Die Frohbotschaft verkünden

30. Dezember 2016
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Denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkünden, aber nicht mit gewandten und klugen Worten, damit das Kreuz Christi nicht um seine Kraft gebracht wird.

Es gibt wohl keine andere Stelle der Schrift, welche das Problem unserer Kirche heute so treffend auf den Punkt bringt. Paulus weiss, dass seine erste und wichtigste Aufgabe die Verkündigung ist. Auch das Konzil hat dies aufgenommen und schreibt in „Christus dominus (12)“: Bei der Erfüllung ihrer Aufgabe zu lehren sollen sie (die Bischöfe) den Menschen die Frohbotschaft Christi verkünden; das hat den Vorrang unter den hauptsächlichen Aufgaben der Bischöfe.“ Für Paulus ist dies sogar wichtiger als zu taufen, also als die Sakramente zu spenden. Darüber könnte man, gerade jetzt im Reformationsjahr, ganze Bücher schreiben. Doch Paulus fährt fort: „aber nicht mit gewandten und klugen Worten, damit das Kreuz Christi nicht um seine Kraft gebracht wird.“ Ist es nicht gerade das, woran die Kirche heute am meisten krankt, dass mit gelehrten, gewandten und klugen Worten das Kreuz Christi um seine Kraft gebracht wird, dass wir uns allzu sehr auf unsere eigene Kraft verlassen und uns nicht mehr auf „Gottes Kraft und Weisheit“ stützen? (1.Kor 1,24) „Wenn wir nicht mit dem Kreuz Christi zu den Menschen kommen, sind wir keine Jünger des Herrn!“ sagte uns Papst Franziskus als erstes nach seiner Wahl. Schade, dass dies bis heute von uns allen, bis zu den höchsten Würdenträgern, so wenig beherzigt wird.

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